Er schüttelte den Kopf. „Aber — Renate! Da ist ja wieder die Schranke.“

„Nun Gott sei gelobt,“ sagte sie strahlenden Auges, „das war alles, was ich wollte!“

Da begriff er. Sie erhob sich langsam, während er auf sie zukam, und sagte: „Sollt ich nicht auf meine Art auch beweisen, Erasmus?“

Er nahm ihre Hände und legte sie sich auf die Schultern. „Du verdrehst es nur so“, meinte er stockend.

Plötzlich schlug ihr Herz wie im Fieber, und Müdigkeit nach der Anspannung des Denkens schwemmte heiß über sie hin. Sie legte einen Augenblick die Stirn gegen seine Schulter, stand auf einmal in ihrem Schlafzimmer, am Fußende des Bettes, und dachte besinnungslos nur: War das der Anfang — —?

Sie ging um das Bett, setzte sich auf die Decke, und in einem Schwindelgefühl erschien ihr Jason in ebendem Bett, auf dem sie saß, wie er krank darin lag vor Jahren. Sie und Magda saßen abwechselnd bei ihm und hörten ihn endlos aufsagen aus der Abgründigkeit seines Gedächtnisses.

Ja, dachte sie weiter, ich muß ihn reden lassen, immer wieder, und ihn immer wieder auf einen andern Weg bringen, bis er sich ausgeschöpft hat.

Wenn er sich ausschöpfen läßt! entgegnete unhörbar eine Stimme.

Oder bis er es müde wird. Denn, setzte sie auflächelnd hinzu, außerdem wird noch das Leben sein, und alles —

Sie vermochte nicht zu Ende zu denken, gab, verspürend, daß sie umsank, langsam nach, lag und zog auch die Füße herauf. Ihre Augen fielen zu, sie glühte und gab sich der Müdigkeit hin mit einem Seufzer der Lust. Noch hörte sie die Stille und draußen das unablässige Aprilgezwitscher der Vögel, und sie dachte in der Erinnerung Jasons: