Sonnabends nach Kiliani (10. Juli).

Mart. Luther.“[339]

Sechs Tage darauf kam wieder ein Brief[340].

„Gnade und Friede. Meine liebe Jungfer und Frau Käthe! Euer Gnaden sollen wissen, daß wir hier, Gottlob, frisch und gesund sind; „fressen, wie die Böhmen“ — doch nicht sehr — „saufen wie die Deutschen“ — doch nicht viel —, sind aber fröhlich. Denn unser gnädiger Herr von Magdeburg, Bischof Amsdorf, ist unser Tischgenosse. Mehr neue Zeitung wissen wir nicht, denn daß Doktor Kaspar Mekum und Menius sind von Hagenau gen Straßburg spazieren gezogen, Hans von Jenen zu Dienst und Ehren. M. Philipps ist wiederum fein worden, Gottlob. Sage meinem lieben D. Schiefer, daß sein König Ferdinand ein Geschrei will kriegen, als wolle er den Türken zu Gevatter bitten über die evangelischen Fürsten: hoffe nicht, daß es wahr sei, sonst wäre es zu grob. Schreibe mir auch einmal, ob Du alles kriegt hast, was ich Dir gesandt, als neulich 90 Fl. bei Wolf Fuhrmann u.s.w. Hiermit Gott befohlen, Amen. Und laß die Kinder beten. Es ist allhier solche Hitze und Dürre, daß unsäglich und unerträglich ist bei Tag und Nacht. Komm, lieber jüngster Tag, Amen.

Freitags nach Margareten, 1540. Der Bischof von Magdeburg läßt Dich freundlich grüßen.

Dein Liebchen

Martin Luther.“

Und endlich als es wieder auf die Heimreise ging, kündigt Luther Käthe die Rückkehr an und bestellt einen Willkommtrunk.

„Der reichen Frauen zu Zulsdorf, Frauen Doktorin Katherin Lutherin, zu Wittenberg leiblich wohnhaftig und zu Zulsdorf geistlich wandelnd, meinem Liebchen zu handen. — Abwesend dem Doktor Pomeran, Pfarrherr, zu brechen und zu lesen.

… (Ew. Gnaden) … wollen schaffen, daß wir einen guten Trunk bei Euch finden. Denn, ob Gott will, morgen Dienstag wollen wir auf sein gegen Wittenberg zu. Es ist mit dem Reichstage zu Hagenow ein Dreck, ist Mühe und Arbeit verloren und Unkost vergeblich. Doch, wo wir nichts mehr aus gerichtet, so haben wir doch Magister Philippus wieder aus der Hölle geholet und wieder aus dem Grabe fröhlich heimbringen wollen, ob Gott will und mit seiner Gnaden, Amen.