Es war Winterszeit. Und ein sehr schneereicher Winter. Bergehoch lag der Schnee überall. Mit großer Anstrengung kam das Pferdchen vorwärts. Joseph hätte sich die beschwerliche weite Reise gern geschenkt, doch er wagte es nicht, ungehorsam zu sein. Es war ein strenger Befehl vom König ausgegangen, daß ein jeder sich nach seiner Stadt zu begeben habe.
Joseph war ein ganz alter Mann. In jungen Jahren war er ein Zimmermann gewesen, aber jetzt gehorchte ihm das Beil längst nicht mehr. Der Alte hatte geglaubt, sie würden vor
Abend in der Stadt sein, doch sie waren vom Wege abgekommen. Und so überraschte die Nacht sie im freien Felde.
Es war eine helle, sternklare Nacht und bitter kalt.
Die Gottesmutter stieg nicht vom Schlitten herab, — es fror sie zu sehr. Der Alte ging neben dem Pferde und trieb es ab und zu an.
So kamen sie langsam vorwärts.
Und die Gottesmutter fühlte, daß ihre Stunde gekommen war.
Was war zu tun? Wie sollte sie hier nachts auf freiem Felde bleiben?
Da, Gott sei Dank, zeigte sich abseits vom Wege, am Waldrand, eine Erdhütte.
Der Alte band das Pferd an. Sie traten in die Hütte ein. In der Hütte aber standen ein Pferd und ein Öchslein. Sonst war keine lebende Seele zu sehn. Ganz in der Ferne hüteten Hirten ihre Schafe.