Er hatte den schwarzen Stein in der Hölle versteckt und wartete auf die letzte Stunde des Gottessohnes, um dann seine ganze Kraft zusammenzunehmen, den Unüberwindlichen zu besiegen, ihn zu zerreißen, ihn zu verspotten in seiner Kreuzesnot und dann seine schwarze Finsternis über die ganze Welt zu breiten.

Und groß war in der Hölle die Freude des von seinem Wahn betörten Herrschers am Vorabend seiner Schmach und seiner Vernichtung.

Die Geburt Christi

1.

In der Nacht, da Christus geboren werden sollte, befand sich die Gottesmutter mit dem heiligen Joseph auf dem Wege nach der Stadt Bethlehem.

Und unterwegs geschah etwas Seltsames mit der heiligen Jungfrau: sie lachte und weinte zu gleicher Zeit. Joseph hielt sein Rößlein an. Der Alte dachte: „Ist der Maria nicht wohl, oder hat sie Angst vor den Wölfen bekommen?“ Denn Wölfe gibt es viel in der Gegend.

Die Gottesmutter aber sprach zu ihm:

„Ich sehe zwei Männer, Großväterchen: der eine lacht, und mit dem freue ich mich, denn ihm steht ein großes Glück bevor. Der andre aber weint, und mit dem traure ich, denn ihn erwartet ein großer Schmerz.“

Der Alte verstand die Worte der Gottesmutter nicht, aber er merkte sie sich wohl. Sie verhießen der Erde zugleich eine große Freude und ein bitteres Weh.

Die Gottesmutter war auf dem Wege nach Bethlehem. Sie mußten beide zur Schätzung. Es sollten alle Bewohner des Landes geschätzt werden, und in welcher Stadt einer angeschrieben war, in die mußte er sich begeben.