„Die Zauberer werden das Christkind finden, sie werden nach Jerusalem zurückkehren, werden von dem Kinde erzählen, und ich, der König, werde als erster hingehn, dem Kinde zu huldigen!“ Und ohne den Hals zu wenden, am ganzen Leibe zitternd, fing Herodes plötzlich an, mit unerwartet tiefer Stimme laut zu lachen . . . „Ich werde als erster dem Kinde huldigen! . . . Noch ehe der Tag graut, wird er nicht mehr am Leben sein, der König Christus, der alle Könige überwinden soll, alle Länder, alle Reiche erobern!“
„Ich bin der König!“ wiederholte Herodes zitternd und lachend.
Den ganzen Abend blickte der König den Zauberern nach, in die Fensternische gedrückt, und zitterte und lachte.
Die Nacht brach an.
Die Zauberer kamen nicht zurück.
Die Kundschafter des Königs meldeten, daß die Zauberer aus Bethlehem verschwunden wären.
Nein, sie waren nicht verschwunden. Sie hatten den König betrogen. Die Zauberer trieben ihren Spott mit König Herodes.
Der König hatte niemand und nichts mehr zu erwarten.
„Christus lebt! Er wird alle Könige überwinden, wird den König Herodes besiegen, wird alle Reiche erobern, wird dem König Herodes sein Reich nehmen!“
Der König geriet in Wut. Er stampfte mit den Füßen und schrie und weinte wie ein Kind, vor Zorn, Hilflosigkeit und Angst.