Und es war auf Erden keine Nacht so grauenvoll, und ist keine grauenvoller und wird nie eine grauenvoller sein, als jene Nacht in Bethlehem nach der Geburt des Heilandes.
Die Soldaten stürmten in die Häuser und rissen die Kinder von der Brust der Mutter und erwürgten sie, andere warfen sie aus ihren Wiegen und zerstampften die Schlaftrunkenen mit ihren Stiefeln.
Die Kinder erwachten von dem Lärm: sie begriffen nichts und boten selber ihre Hälse den Säbeln der Soldaten.
Und sie wurden gleich ohne weiteres abgeschlachtet.
Man schleppte die Kinder wie junge Katzen auf die Straße hinaus und ließ sie von Pferden zertreten, man hängte sie auf, man erstach sie mit Lanzen, man riß sie in Stücke, man ersäufte sie im Eisloch, man begoß sie mit siedendem Wasser, wie Ratten, man warf sie ins Feuer.
Die mächtigen Schneehaufen schmolzen von dem heißen Kinderblut und bedeckten die Erde mit einer Eiskruste.
Die Sterne flammten noch einmal blutigrot auf und erloschen.
Und die Soldaten kümmerten sich nicht mehr darum, wie alt die Kinder waren und ob es Knaben oder Mädchen waren.
Anläßlich der Schätzung hatte jemand unter den Kindern im Armenviertel von Bethlehem das Gerücht ausgesprengt, man werde nachts kommen und die Kinder aufschreiben, die zur Sonnenwendfeier geladen und beschenkt werden sollten.
Die größeren Kinder schliefen in dieser Nacht nicht: sie warteten. Und als die Soldaten kamen, da stürzten die Kinder ihnen entgegen, denn sie dachten, nun käme man, sie anzuschreiben zur Bescherung.