Peter, der Enkel der alten Solomonida, hatte die ganze Nacht gewartet und war endlich auf dem verlassenen Bett der Großmutter eingeschlafen. Und im Schlaf hörte er draußen Lärm, wachte auf, dachte: „Jetzt kommen sie!“ — und lief auf die Straße hinaus.

Peter rief den Soldaten zu:

„Vergeßt mich nicht!“ Tränen erstickten seine Stimme: er war noch nie bei einer Bescherung gewesen.

Ein Soldat packte ihn:

„Nein, nein, wir vergessen dich nicht!“ Und er schnitt ihm mit dem Messer den Hals durch, wie einem jungen Huhn.

Trommelwirbel, Trompetenschmettern, Musik konnten das Wehgeschrei der Mütter und das Ächzen und Weinen der Kinder nicht übertönen.

Ein steinernes Herz muß beim Weinen eines Kindes erbeben!

Bis zum Morgengrauen währte das Gemetzel in Bethlehem und den Vorstädten. Vierzehntausend Kinder wurden in Bethlehem geschlachtet.

Nachdem sie des Königs Befehl erfüllt hatten, müde von der blutigen Nacht, verließen die Soldaten die Stadt und gingen nach Jerusalem zurück. Das Blut troff von ihren Händen und ihren Waffen auf die Straße, die das Pferd und der Ochse, die Hirten und die alte Solomonida gegangen waren.

Die Musik dröhnte und trieb die blutbefleckten Füße zu schnellerm Schritt an.