Und nicht Tränen — Blut rann seine Wangen hinab. Kein heiles Fleckchen war mehr an seinem Leibe.
Wer hilft einer Mutter, die ihren Sohn verlor? Wer beschützt sie, wer hütet sie in der finstern Nacht?
Man sagt zu ihr: „Geh nach Hause!“
Wer aber zeigt ihr jetzt ihr Haus? Wer stillt, wer bändigt ihren Schmerz, wer gibt Antwort auf die Seufzer ihres Herzens?
Barhäuptig, leise vor sich hin murmelnd, schwankenden Schritts ging die heilige Jungfrau hinter ihrem Sohne her.
„Wehe mir vor allen Müttern! Wehe mir vor allen irdischen Kreaturen!“
5.
Als sie ihn ans Kreuz geschlagen hatten, strömte das Blut aus seinen Wunden.
Und der Boden unter dem Kreuz wurde rot.
Trostlos stand die heilige Jungfrau unter dem Kreuz und neben ihr Johannes, des Meisters Lieblingsjünger.