Von Land zu Land, von Reich zu Reich, über Felder und Wiesen, durch Städte und Dörfer, mitten durch die unermeßlichen Menschenmengen aller Zeiten und Völker und Länder, jagte ein Wagen, von wilden Rossen gezogen, und in dem Wagen saß ein zähnefletschendes Gerippe mit einer Dornenkrone auf dem kahlen Schädel.
„Sehet, das ist euer König!“ sagte Satan und zeigte den Menschen das grauenhafte, zähnefletschende Gerippe.
Und dunkel wurden die lichten Gewänder der Völker. Das Lachen ward zum Weinen. Die Menschen fielen hin und starben, einer neben dem andern, der Bruder in den Armen des Bruders, das Kind auf dem Schoße der Mutter, die Mutter an der Brust der Tochter.
Von dem Geschrei und den Seufzern bog sich die Erde, spalteten sich die unfruchtbaren Steine, taten sich gewaltige Abgründe auf, und weinten das Meer und die Ströme und alle Tiefen der Unterwelt.
Da zeigte sich hoch über der strahlenden Sonne am Himmel als letzte Verheißung ein Kreuz und an dem Kreuz hing festgenagelt ein entstellter Leichnam.
„Sehet, das ist euer König!“ verkündete Satan stolz von seinem Wolkenwagen herab, und er blies das Kreuz an.
Und das Kreuz und der Leichnam wurden zu Staub.
Und die reine Luft der Erde ward vom Qualm aufgesogen, die Quellen vertrockneten, die Bäume verloren ihre Blätter, die Sonne erlosch und der giftige Hauch aus Satans Munde zerfraß die Rinde der Erde.
So wütete Satan zwei Tage und zwei Nächte lang und säte Aufruhr in die Herzen, flößte ihnen das Gift des Wahnsinns ein, erfüllte sie mit Angst und Verzweiflung.