Aber der Nachbar antwortete nicht. Der schwarze Bart verschwand hinter dem Gitter. Und da klopfte auch der Wächter an die Tür. Der Türke mußte von seinem Stuhl herunter.

Als der Wächter vorübergegangen war, kletterte der Türke wieder hinauf und rief wieder den Nachbar an, aber der schwarze Bart zeigte sich nicht mehr, man sah durch das Gitter nur einen gekrümmten müden Rücken. Dann vergaß der Türke den Bart, und endlich wurde der Türke freigelassen. Es war doch nichts mit ihm anzufangen.

4.

Aus Kresty begab der Türke sich geradewegs auf den Newskij. Er wußte gar nicht, was er mit sich anfangen, wo er sich lassen sollte. Seine Bekannten aufsuchen? Dazu war auch morgen noch Zeit genug. Drei Tage war ihm Frist gegeben,

drei Tage durfte er sich in Petersburg aufhalten, und in drei Tagen konnte er alles erledigen, alle besuchen.

Der Türke ging auf dem Newskij und lächelte, alle lächelte er an, die Alten und die Jungen.

„Türke, lieber Türke, wie geht es dir?“ lächelten die Leute ihm entgegen, oder zum mindesten schien es ihm so.

Er ging in ein Kaffeehaus nach dem andern, trank Kaffee, aß Kuchen, guckte in ein paar Kinos hinein, aber nirgends hielt er’s lange aus.

„Türke, lieber Türke! Wie schön, wie herrlich ist die Freiheit!“ summten, brummten, flüsterten die Passanten — zum mindesten schien es ihm so.

In einer Schaubude am Newskij gab es wilde Menschenfresser zu sehen. Aus Neu-Guinea hatte man sie nach Petersburg gebracht.