„Das allerwildeste Volk auf dem Erdball!“ verkündete das Plakat. Der Türke ging hinein, sich die wilden Menschenfresser anzusehen. Die Menschenfresser sahen ganz wie Theaterteufel aus und lächelten, wie der Türke selbst. Und der Türke konnte nicht anders — er kletterte zu ihnen auf das Podium hinauf. Die Wilden verstanden nicht, was der Türke zu ihnen sagte, und auch die andern, die zahmen Zuschauer, ja der Türke selbst, verstanden kaum etwas, aber die Wirkung war eine ganz unerwartete: die Wilden hielten ihn wohl für einen Gott, sie spannten ihre Bogen, schossen ihre Pfeile ab, reckten sich lang aus, wie Peter der Große, und machten so wüste Kängurusprünge, daß dem Publikum angst und bange wurde und alles in größter Hast zum Ausgang drängte.
Im Gedränge kam auch der Türke hinaus.
„Türke, lieber Türke, wie lustig ist es, wie lustig!“ rief man ihm nach — oder zum mindesten schien es ihm so.
Die Newa hatte das Eis vom Ladogasee schon ins Meer hinaus befördert. Es war warm. Übrigens hätte der Türke es auch warm gefunden, wenn das Eis noch nicht abgegangen wäre.
Die weiße, durchsichtige Nacht lockte mit fernen silbernen Sternen.
Es war Kaisers Geburtstag. Auf dem Newskij flammten längs dem Bürgersteig bunte elektrische Laternchen auf, an den Häusern leuchtende Monogramme und Wappen. Das Gedränge der Spaziergänger wurde immer größer.
Der Türke sah nach allen Seiten und lächelte. Alles schien ihm so reich geputzt, so jung und rein, er hätte alle ohne Unterschied küssen können.
An der Ecke beim Katharinenkanal blieb der Türke stehen.
Von der Kasankathedrale her kamen Gardekürassiere.
Riesengroß, auf prächtigen Pferden, in silbernen Harnischen, bewegten sich die schimmernden Reiter wie Gespenster vorwärts.