Wie eine weiße Blüte lag Sanofa in ihrem weißen Hemd auf dem Rasen. Traurig fielen ihre

dunklen Flechten von den Schultern hinab. Ihre Lippen waren halb offen und ließen die weißen Zähne sehen. Sie starrte zu den Sternen empor.

Die Sterne waren aber so fern.

Ein einziger Gedanke schmolz wie Mondlicht in ihrem Herzen: der Gedanke an den Tod.

Und es kam Sanofa vor, als ob jemand mit einem Licht unter dem Stall hervorkrieche, dann um die Pappel herumgehe, auf den Boden falle und nun den Schattenstreifen entlang zum Garten krieche; das Flämmchen flackerte wie eine Kerze, — wie zwei Kerzen. Und je näher es kam, um so deutlicher konnte sie erkennen, daß es ein Mensch war und daß seine Augen wie Kerzenflammen leuchteten.

Sanofa stützte sich auf die Arme, bog den Kopf wie eine Katze vor und kroch ihm entgegen.

Und so krochen sie aufeinander zu, und die Entfernung zwischen ihnen wurde immer kürzer; schon sah sie seine wehenden Haare und seine lächelnden Lippen . . .

Schon war der Weg durchschritten.

Er streckte seine Arme nach ihr aus, umklammerte sie und drückte sie fest, heiß, für das ganze Leben, für ewig an seine Brust. Plötzlich wurde er ebenso blau, wie er es im Stalle mit der Pferdeleine am Halse gewesen war, er grinste mit seinen schrecklichen Zähnen, hob sie empor, und schon flogen sie — als Bräutigam und Braut — davon.

Man fand Sanofa am nächsten Morgen am Ende