So viele endlose, traurige Tage zogen durch das verödete Haus. Man könnte mit dem Kopf
gegen die Wand rennen, nur um irgendeinen Schrei aus der Kehle zu pressen.
Ganz gleich, ob das Wetter trocken oder naß war, ob es regnete oder die Sonne schien, die Augen hatten nur den einen Wunsch: sich zu schließen.
Die Alte konnte es nicht länger ertragen, sie fürchtete das Schweigen, sie ging leise auf die Tochter zu und sagte:
»Mein Kind, mein Kindchen!«
»Was ist denn?« fragte Sanofa, ihre schrecklichen Augen auf die gramgebeugte Mutter richtend.
»Ich habe nur so . . . Ich bitte mit dem Herzen . . .«
4
Es war wohl eine herrliche Nacht: im fernen Sumpfe trompeteten die Unken, kleine Vögel zwitscherten kaum hörbar, und ihr Gezwitscher verschmolz mit dem Zirpen der Grillen, von dem die ganze Erde zitterte. Jenseits des Flusses schrien traurig die Eulen und lärmten die Frösche: es klang, wie wenn ein Wagen über das Straßenpflaster rollt.
Die schlanken Pappeln warfen tiefe Schatten über den mondbeschienenen Hof.