Der Baum

Über dem Kopfe knarrt ein Riesenbaum, er knarrt und wird gleich stürzen. Und ich stehe unter dem Baum wie gebannt.

Der Baum knarrt unheimlich, das Laub fällt von den Zweigen, und der Wipfel bebt: ich weiß nicht, ob es der Wind macht oder ob er von selbst wie vor dem Sturze bebt.

Der Baum knarrt, er knickt ein — er wird mich erschlagen . . . Und ich kann nicht fort.

Der Steg

Ich ging über die schmale, schwankende Brücke, die von Fels zu Fels über den Abgrund führte. Es war aber unmöglich, direkt von der Brücke an das andere Ufer zu kommen: man mußte entweder hinüberspringen, wie es mein Gefährte getan hatte, der nun am anderen Ufer stand und mir die Arme entgegenstreckte, oder aber auf den Steg treten, ein schmales Brett, das mit Stricken an irgendeinem Nagel irgendwo in den Wolken befestigt war und von dem man mit einem einzigen Schritt ans Ufer gelangen konnte. So wollte ich es machen. Ich trat auf den Steg. Kaum aber hatte ich die Hände meines Gefährten ergriffen, als der Steg zu schwingen begann und immer mehr und mehr in Schwung kam. Ich flog auf dieser höllischen Schaukel immer höher empor, und mein

Gefährte flog mit mir mit, und so schaukelten wir über dem Abgründe.

Mein Herz verging und erstickte und stand endlich ganz still.

Die Tiere

Der stille Herbstregen, fein wie Staub, fällt im dichten Nebel. Ich weiß nicht, wohin und wozu ich gehe und was mich treibt. Endlich bleibe ich vor dem Stadttor stehen. Die Torhüter öffnen mir schweigend das Tor, und ich gerate in eine schmale, von zwei hohen Mauern eingeschlossene Gasse. Männer und Frauen, Körbe voll Brot auf den Köpfen, kommen mir entgegen. Wie ich mit diesem seltsamen Zuge zusammentreffe, wende ich mich an einen der Männer und sage: