»Gib mir eine Semmel.«
Er gab sie mir. Ich weiß aber nicht, ob ich die Semmel aufessen oder in die Tasche stecken oder nach Hause tragen soll; ich weiß auch gar nicht, wohin ich gehe.
»Die Tiere hat man herausgelassen! Die Tiere!« schrie irgendein Mann, an mir vorbeilaufend, während die Fetzen eines zerrissenen roten Hemdes hinter seinen Schultern wie zwei Flügel flatterten.
Und alle befiel eine furchtbare Angst, und diejenigen, die in meiner Nähe waren, warfen ihre Brotkörbe hin und rannten davon.
Und dieser schreckliche Schrei! . . . Es wurde mir klar, daß es mein eigener Schrei war.
Die Tiere, anfangs kaum wahrnehmbar, dann immer drohender, rückten heran. Das Fell auf den schwarzen und rauchgrauen Rücken sträubte sich, die grellgelben Flecken an den Bäuchen schimmerten in fettigem Glanz. Ich stand allein, rings von den vielen roten offenen Rachen umgeben; die roten Zungen bewegten sich in ihnen wie Uhrpendel.
»Tiere, da habt ihr die Semmel!«
Kaum hatte ich aber diese Worte: ›Tiere, da habt ihr die Semmel‹ gesprochen, als alle Tiere, die großen und die kleinen, die grauen und die schwarzen, die einohrigen und die einzahnigen, die stößigen und die bissigen, ihre Pfoten einzogen und in Schlummer versanken.
Unter Nackten
Ich war in eine Gesellschaft von Nackten geraten: sie laufen so ganz ohne jede Kleidung herum. ›Sie schämen sich wohl furchtbar, diese Unglücklichen‹, dachte ich mir, alle diese mageren, dicken, aufgedunsenen, knochigen, häßlichen Gestalten betrachtend.