»Nein, wir würden uns schämen, wenn wir uns plötzlich ankleideten«, sagte mir einer der Nackten, der meinen Gedanken offenbar belauscht hatte.

»Schämt man sich denn, wenn man angezogen ist?«

»Das eigentlich nicht . . .«

»Wie häßlich ihr doch alle seid!« unterbrach ich ihn.

»Wenn wir häßlich sind, so mach, daß du fortkommst, solange deine Knochen ganz sind«, sagte mir wütend ein anderer Nackter.

»Was ist eigentlich die schwerste Sünde?« fragte ich ihn.

»Einst galt es als die schwerste Sünde, ein Feuer auszulöschen. Diese Sünde haben wir nie begangen: die Feuerwehr nimmt keine Nackten auf.«

»Ich habe auch keine Lust, zur Feuerwehr zu gehen«, stimmte ich ihm zu. Dann ging ich auf die Seite und zog mir die Stiefel aus.

Das Dach

Mit den Händen am Gesimse gleitend, die Beine in der Luft, bewege ich mich längs des unendlichen Holzdaches eines unendlichen Holzbaues fort. Grelles Sonnenlicht fällt mir in die Augen. Morsche Holzstücke fallen mir unter den Händen ab, meine Hände rutschen — mir stockt der Atem, und ich möchte abstürzen, damit es doch einmal ein Ende nimmt! Aber ich bewege mich immer weiter.