›Erbarmen! Erbarmen!‹ dröhnte die Sturmglocke der Kathedrale, als die Sonne sich träge erhob und ihre blutig-goldenen Strahlen in den Rauch bohrte und über die Erde goß.
»Flieht! Flieht!« rief es aus den Rauchwirbeln, die die höllischen Spindeln beißenden Staubes umkreisten.
Das Zuchthaus brannte.
Das Spital brannte.
Die Zuchthäusler erbrachen die eisernen Türen, erschlugen mit den Eisengittern die Aufseher und schleppten sich, verprügelt und angeschossen, wie Pestkranke die von der Flammenglut zersprungenen Straßen entlang.
Hei, so schön brannten die von Unrat durchtränkten Zellen! Welch ein Freudenmahl des freien, rächenden Feuers, das die Särge der Lebenden, das Zuchthaus, zerstörte!
Und in den dumpfen Krankensälen, im grüngelben Licht der hüpfenden Sonnen, klang herzzerreißend
das Stöhnen der Siechen und das höllische Lachen der Wahnsinnigen.
Das Feuer schrie und sprang wie ein Eichhörnchen. Es warf sein brennendes Netz über die Stadtparkmauer auf das Schlachthaus hinüber.
Die Stadt zitterte vor dem vorsintflutlichen Geheul, die Tiere weinten wie von menschlicher Trauer ergriffen.