Ich bin aber schon weit weg, in St. Cloud. Es ist ein warmer, sonniger Tag. Ich sehe eine bunte, festlich gekleidete Menge. Wir stehen um ein Podium herum, auf dem Feuerwehrmänner mit Blasinstrumenten sitzen: es ist ein Feuerwehrorchester. Wir alle warten auf etwas; die Feuerwehrmänner haben schon die Instrumente an die Lippen gesetzt und warten auf ein Zeichen.
Da sehe ich ihn, wenn auch im Nebel, aber ich kann ihn doch erkennen: Napoleon. Napoleon steht auf dem Podium und hält den Taktstock in der Hand. Gleich schwingt er den Stock, gleich erdröhnt die Musik.
›Napoleon!‹ denke ich mir: ›Das ist also Napoleon!‹ Ich blicke unverwandt hin und will sein Gesicht sehen, ihm einmal in die Augen schauen, er aber steht wie gefesselt da und wendet sich gar nicht um.
Und ich höre die Glocke von St. Sulpice und zugleich die Schläge der Uhr an der Notre-Dame. Schlag folgt auf Schlag, elf Schläge sind es, und jeder Glockenschlag ist ein Vöglein mit lila Federn, das mich ins Herz pickt und in meinem Herzen schmilzt.
»Sursum Corda!«
Ohne Hut
Ich befinde mich in einem Schuppen. Der Schuppen gehört zum Pariser Hotel de l’Univers. In dem Schuppen ist es sehr eng, zahllose Kisten stehen umher, Haufen von Stroh und Sägemehl; es ist auch finster. Ich blicke genauer hin und erkenne den Philosophen Sch. Der Philosoph sitzt auf einem zerbrochenen Vogelbauer dicht vor der Tür; er hat einen Mantel mit Lammfellkragen an, doch keinen Hut auf.
›Natürlich muß es so sein‹, denke ich mir, ›er
hat seinen Hut verloren und sitzt darum mit bloßem Kopf da.‹
Wir sind aber nicht mehr im Schuppen, sondern gehen über ein Feld. Auf dem Felde ist es öde, wir sehen nichts als Gebeine und Gräber, es ist ein trauriges Land.