Großmutter schwieg eine lange Weile. Petka glotzte aber über die Großmutter hinweg und sah wohl bereits im Geiste den Luftballon, in dem sie wohnen würden: er, das Hähnchen und die Großmutter.
»Ich bin damit nicht einverstanden«, sagte die Großmutter. »Ich will hier unten sterben, auf dem Luftballon mag ich nicht sterben.«
»Großmutter«, Petka dachte nur an seine Sachen und hörte die Großmutter nicht. »Alles kommt doch vom Ei?«
»Möge Gott ihr doch eins schenken!« Großmutter wollte so schrecklich gern, daß die Truthenne legte, und sie dachte an das Hähnchen mit derselben Sehnsucht wie Petka.
Petka hatte das Geldstück vom Eliastage vergessen und machte der Kuh keine Vorwürfe mehr, weil sie es gefressen hatte; er brauchte kein Geldstück mehr, er brauchte nur das kalikutische Hähnchen. Aber wo sollte er ein Ei hernehmen, wie könnte er es einrichten, daß Gott der Truthenne ein Ei schenkt, aus dem alles kommt, aus dem auch ein Truthähnchen kommt?
›Ich könnte ja ein Ei vom Diakon nehmen und es unter die Truthenne legen‹, überlegte sich
Petka. ›Der Diakon hat viele Hühner, und seine Hühner legen viele Eier . . . Und man braucht ja doch nur ein einziges Ei! Wenn er es aber merkt? Seine Eier sind ja alle gezeichnet!‹ Petka hatte schon in des Diakons Kiste hineingeschaut. ›Datum und Monat sind auf jedem Ei verzeichnet, man wird es merken, und dann stehe ich als Dieb da. Und als Dieb werde ich auf den Chitrowka-Markt gehen müssen. Und Großmutter? Wie wird sie ohne mich leben?‹ — ›Ich lebe nur für dich, Petuschok, sonst wäre es für mich längst Zeit zu sterben!‹ — pflegt Großmutter zu sagen. ›Nein, vom Diakon will ich nichts nehmen. Aber wie kann ich mir ein Ei verschaffen? Ich brauche ja nur ein einziges!‹
Ein Zufall kam Petka zu Hilfe. Großmutter wollte einmal ihrem Petuschok eine Freude machen und ihn mit Spiegeleiern traktieren. Und sie schickte Petka zum Kaufmann, um drei Eier zu kaufen. Petka brachte bloß zwei Eier mit: das dritte versteckte er und sagte der Großmutter, er habe es zerbrochen.
»Da hast du es, Petuschok: die Kuh hat dir das Geldstück gefressen, und das Ei hast du zerbrochen!« Das zerbrochene Ei tat der Großmutter furchtbar leid.
Petka hätte wohl sonst die Eierspeise vor Ärger gar nicht angerührt; aber jetzt, wo er in seiner Tasche das Ei liegen hatte, aus dem alles kommt, aus dem auch ein Hähnchen kommen konnte, machte er sich nicht viel daraus: soll nur Großmutter