»Was du nicht sagst!«
»Bei Gott, so wahr mir die Himmelskönigin
beistehe! Awdotja ist ja eine durchtriebene Frau; auch Podchomutows Frau hat selbst erzählt, daß ein blauer Teufel mit sechs Pfoten erschienen sei.«
»Die Heilige Jungfrau steh uns bei! Gott weiß, was noch alles kommen kann, Agafjuschka.«
»Dann hat auch neulich Saschutka, Kusmitschs Stiefsohn im Eisenbahndepot, erzählt, daß der neue Doktor die Säufer mit dem Blick kuriert.«
Man hatte auch Nacht für Nacht böse Träume: bald sah man die Kirche des Neuen Heilands für das Osterfest hergerichtet, doch ohne Altar und ohne Heiligenbilder, und den erhängten Jermil, Fjoklas Sohn, wie er in der Kirche auf und ab ging und jedermann zum Feste gratulierte; bald wieder sah man einen ganz aufgeschwollenen Jungen, in dessen Fleisch zahllose Splitter steckten, auf dem Fußboden Purzelbäume schießen.
»Mir erzählte neulich ein altgläubiger Soldat« lispelte Semjon, der Aufseher bei den Eisenbahnwerkstätten: »›Großvater‹, sagte er, ›ein großes Unglück bricht über ganz Rußland herein, und man kann sich nirgends davor retten.‹ Die Zarenglocke in Moskau, sagt er, sei in tausend kleine Splitter zersprungen, ein jeder Splitter habe sich in eine Schlange verwandelt, und die Schlangen seien unter den Glockenturm Iwans des Großen gekrochen. Und der Glockenturm wackelt, und wenn er einstürzt, so werden auch
die Herzen aller Menschen zerspringen, und dann kommt das Ende allen Lebens.«
»Was die Leute nicht alles sagen! Es ist wirklich lächerlich. Da sagt zum Beispiel Luka: Wichtig sind nur die Produktionskräfte, alles übrige ist Nebensache . . . Sagen wir uns von der alten Welt los . . . Freiheit, Gleichheit und . . .«
»Schwatz nicht so, man wird mit euresgleichen wenig Umstände machen . . .«