»Einen Hahn haben wir wirklich krähen hören«, bestätigten die anderen Hausbewohner.

Der Hahn brachte Pjotr Nikolajewitsch keine Erleichterung, und es war doch so ein prächtiger Hahn gewesen! Seine Kräfte gingen zur Neige, es war ihm, als ob er ersticken müßte. Er richtete sich in seinem Bett auf und keuchte:

»Alle waren verlorengegangen — Mischa, Lida, Sina und Sonja, und alle haben sich wieder eingefunden, bis auf Sonja! Sonja fehlt noch!«

Das Verlangen, Sonja sofort zu suchen, trieb ihn aus dem Bett und führte ihn aus dem Zimmer. Das Messer noch immer in der Hand haltend, kroch er auf allen vieren ins Schlafzimmer seiner Frau.

Die Schlafzimmertür war nur angelehnt. Vor dem Heiligenbild glimmte ein Öllämpchen. Sonja schlief bei ihrer Mutter, das Gesicht zur Tür gewandt.

»Mein kleines, liebes Hühnchen!« murmelte Pjotr Nikolajewitsch, an das Bett herankriechend.

Sonja schlug die Augen auf und richtete sich auf. Mit Schrecken sah sie den zitternden, blutbefleckten Vater und reckte ihren Schwanenhals.

»Du liebes, kleines Hühnchen!« flüsterte er und bemühte sich, vom Boden aufzustehen.

Und er richtete sich auf.

Der Schwanenhals reckte sich im Schein des Öllämpchens unter dem blitzenden Messer noch mehr. Einen Augenblick noch — und ein kirschrotes Halsband hätte den Schwan erwürgt. Pjotr Nikolajewitsch hatte aber nicht mehr die Kraft. Es gab keine Rettung mehr für ihn. Das Messer entglitt seiner Hand und fiel zugleich mit der Haut, die sich von seinen Fingern loslöste, zu Boden.