Jede Nacht kam aus dem Weiher eine Troika

heraus; sie fuhr lautlos durch die Lindenallee und hielt vor der Veranda des Herrenhauses; ein uralter Greis, Wersenews Großvater, sprang aus dem Wagen, ging auf die Veranda hinauf, spazierte dort auf und ab und roch an den Blumen; dann begab er sich in den großen Saal, stieg in den Keller hinab und kehrte schließlich mit seiner Troika in den grundlosen Weiher zurück.

Unter dem Hause befanden sich zwei sehenswerte gewölbte Keller: ein großer, der jetzt leer war, und ein kleiner, der als Weinkeller benutzt wurde. Aus dem leeren Keller, wo man vor Zeiten die Leibeigenen, die sich etwas zuschulden hatten kommen lassen, zu züchtigen pflegte, hörte man nachts ein Stöhnen; und im kleinen Keller, wo einst die Wersenewschen Schätze verwahrt wurden, klirrte es oft, wie wenn jemand Dukaten zählte.

Einen neuen Gast pflegte man vor allen Dingen in das Eckzimmer im Obergeschoß zu führen, aus dessen Fenster man die Landstraße sehen konnte. In diesem Zimmer standen mit altmodischen Kleidern und merkwürdigem Schuhwerk angefüllte Schränke: es war Großmutters Garderobe.

Man erzählte sich, daß Sergej Sergejewitschs Mutter, Fedossja Alexejewna, von ihrem Mann in Krutowrag verlassen, Tag und Nacht vor diesem Fenster gesessen habe; sie sei auch, so vor dem Fenster sitzend und auf die Straße schauend, gestorben.

Sehr traurig war es in diesem hellen, traurigen Zimmer und sehr unheimlich; viel unheimlicher und öder als im großen Keller, an dessen Wänden man noch die braunen Blutspritzer sehen konnte. Das Zimmer, das an Fedossja Alexejewnas Zimmer anstieß, war unbewohnt; man bewahrte die alten Spielsachen der Kinder dort auf.

Durch eine Galerie, die das Haus in zwei Hälften teilte, gelangte man in das geräumige Vestibül im Erdgeschoß und von da aus in einen großen Saal mit zwei übereinanderliegenden Reihen Fenster; zwischen den Fenstern, die auf die Veranda hinausgingen, standen schmale Spiegel.

In ihnen spiegelte sich der Kronleuchter, und sie begleiteten jeden, der vorbeiging, mit ihrem schweren Spiegelblick.

Rechts folgten die innern Wohnräume, an die sich eine in späterer Zeit angebaute Küche anschloß, und links — die Paradezimmer.

Im Salon standen unter den Familienbildnissen L’hombretische, die schon manches wahnwitzige Hasardspiel gesehen hatten.