Hier erschien jede Nacht, so berichteten die Augenzeugen, Sergej Sergejewitschs Vater, Sergej Petrowitsch, ein leidenschaftlicher Spieler, der im Auslande das ganze Riesenvermögen seiner von ihm verlassenen Frau verspielt hatte; er ging von Tisch zu Tisch, klappte sie auf und stöberte unter dem Tuch herum, als hoffe er, noch einen vergessenen Dukaten zu finden.
Aus dem Salon führte man den Gast in die Bibliothek und ins Arbeitszimmer.
Hier in diesem Arbeitszimmer, in die Ecke neben dem Schrank mit dem dunklen astronomischen Globus gekauert, war Sergej Petrowitsch gestorben; vor seinem Tode soll er echte Teufel, das heißt Teufel ohne Schweif und Hörner, gesehen haben.
Obwohl niemand außer Sergej Sergejewitsch etwas Sicheres darüber wissen konnte — der Vater ließ in seiner Sterbestunde nur ihn allein zu sich kommen —, konnte man die Geschichte von den echten Teufeln ohne Schweif und Hörner in ganz Krutowrag hören, in allen Winkeln und von allen Kreaturen: von dem alten tauben Gemüsegärtner Gordej bis zu der allmächtigen Näherin Anna Fjodorowna Raphael. Der selige Sergej Petrowitsch pflegte nämlich alle einfachen Leute ohne Ausnahme Kreaturen zu nennen.
Nachdem der Gast die Paradezimmer, die zu beiden Seiten eines dunklen Korridors gelegenen Wohnräume in der rechten Hälfte des Hauses und die beiden Keller besichtigt hatte, führte man ihn in das Speisezimmer, wo vor verhältnismäßig kurzer Zeit der Wein in Strömen floß; zu der gleichen Zeit, als im Salon klirrendes Gold mit beiden Händen ausgestreut wurde.
Im länglichen niedern Speisezimmer fanden die Wersenewschen Gespräche und überhaupt alle Erinnerungen ihren Abschluß.
Noch manches andere Interessante und natürlich auch Gruselige erzählte man sich über das Haus.
Darum brannten in allen Zimmern bis spät in die Nacht hinein Kerzen. Das nächtliche Knistern der Parkettböden verbannte aber jeden Schlaf aus dem Hause.
Weiße Säulen, schwer und massiv wie Elefantenbeine, stützten das im Winde klirrende feste Eisendach. Sie allein schienen Tag und Nacht ruhig zu schlafen, ohne sich um all diese Geschichten, um das Grauen, das nachts in den Zimmern herrschte, und um die Fledermäuse, die an ihnen klebten wie die Fliegen an der Kinderfrau Solomowna, zu kümmern. Die alten Pappeln aber, die das Haus überragten, rauschten ständig, ganz gleich ob der Tag windstill oder stürmisch war.
Die Türen stehen bei den Wersenews immer weit offen: jedermann kann zur beliebigen Stunde kommen. Die Wersenews haben ständig Besuch; das ganze Jahr ist wie ein Geburtstag.