Die Wersenews brannten, wo man nur brennen konnte, und auch dort, wo man es gar nicht durfte. Sie steckten an, was ihnen gerade in die Hände fiel.

Jelisaweta Nikolajewna begnügte sich nicht damit, ihre Kinder zu solchen gefährlichen Spielen zu ermuntern: nein, sie erfand selbst neue Variationen und war die eigentliche Rädelsführerin. Sie benahm sich bei diesen gefährlichen Unternehmungen so kindlich und schelmisch, als ob sie nicht Bubas Mutter, sondern ihre Schwester

wäre; sie stand ihren Kindern in nichts nach und betrieb alles mit dem gleichen verrückten Eifer und komischen Ernst wie sie.

Jelisaweta Nikolajewna konnte niemals ruhig auf einem Platze sitzen: im Sommer gab es jeden Augenblick Liebhaberaufführungen und Feuerwerk, im Winter Abendunterhaltungen und Besuche bei den Nachbarn. Sie machte überhaupt den Eindruck eines höchst leichtsinnigen Menschen. Wenn man aber mit ihr sprach, so konnte man hören, daß sie das alles nur den Kindern zuliebe tat; auch das viele Geld reute sie nicht, wenn sie ihnen damit eine Freude machen konnte.

Sie sprach von ihren Mutterpflichten mit solcher Überzeugung und zeigte darin einen so unerschütterlichen Glauben, daß der sonst allzu auffällige schelmische Ausdruck in solchen Momenten spurlos in der Tiefe ihrer erschrockenen Augen verschwand.

Die Damen aus der Nachbarschaft, die die erstaunliche Gabe besaßen, jeden Unsinn mit den unsinnigsten Einzelheiten aufzustöbern und zu verbreiten und so flink wie die Flöhe in die verborgensten Winkel einzudringen, selbst die bedeutendsten Spezialistinnen auf dem Gebiete des Klatsches und der Intrige, wußten mit ihr nichts anzufangen: man konnte ihr beim besten Willen nichts nachweisen und keinen Roman, in dem sie eine handelnde Person wäre, konstruieren.

Die Kinder waren von Natur aus schwächlich, sie wären wohl dauernd krank gewesen, wenn die

Mutter sie nicht immer zu den ausgelassensten Spielen angehalten hätte. Sie waren wahre Räuber, die Mutter aber eine noch größere Räuberin als sie. Ohne sie würde keine einzige Belustigung zustande kommen und kein Feuerwerk brennen; von ihr ging diese ausgelassene Freude aus, und ihretwegen wäre man am liebsten immer in Krutowrag geblieben; alles war das Werk ihrer Hände, die so klein und flink waren, sich aber auch an ein Ding wie mit Krallen festzuklammern verstanden . . .

Man kann nicht behaupten, daß Sergej Sergejewitsch ungastlich gewesen wäre; im Gegenteil: er freute sich aufrichtig über jeden Gast und bot einem jeden von seinen vorzüglichen Havannazigarren an, mit brasilianischem oder mit mexikanischem Deckblatt — ganz nach Wunsch! Es war aber einmal so eingeführt und konnte anscheinend gar nicht anders sein, als daß die Gäste, die so gern zu den Wersenews kamen, den Herrn des Hauses nach Möglichkeit mieden.

Der Grund war sehr einfach: in Wersenews Gesellschaft war es immer furchtbar langweilig.