Von außen gesehen, waren seine Erscheinung, seine Manieren und Gewohnheiten durchaus normal und in keiner Weise sonderbar oder auffallend; er war ein Mensch wie alle Menschen und schnaufte sogar wie mancher andere mit der Nase: wenn auch etwas lauter als der Krutowrager Adelsmarschall Turbejew, aber doch nicht so laut wie der General a. D. Belojarow. Er hielt viel

auf gute Kleidung und trug sich nicht weniger elegant als der Landrat Pustoroslew, dessen beispiellose Vergeßlichkeit in seinen privaten wie auch öffentlichen Angelegenheiten sprichwörtlich geworden war. Was konnte man von ihm noch mehr verlangen? Aber trotz all seiner Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit und trotz der berühmten Havannazigarren würde es jedermann vorziehen, vierundzwanzig Stunden lang auf irgendeiner gottverlassenen Eisenbahnstation zu sitzen, als eine Minute unter vier Augen mit Sergej Sergejewitsch zu verbringen.

Er unterbrach seinen Gesprächspartner mitten in einem Satze und verzog das Gesicht mit einem Ausdruck, als ob er sich auf etwas besinnen wolle oder nach einem Wort suche, das präziser als alle sonst gebräuchlichen Umgangsworte seinen Gedanken ausdrücken könne, während es in seiner Kehle eigentümlich pfiff. Nachdem er den bestürzten Gesprächspartner eine Zeitlang in gespanntester Erwartung hatte zappeln lassen, winkte er plötzlich mit der Hand ab und faßte seinen Ärger und seine Ohnmacht in dem einzigen Worte zusammen:

»Teufel!«

›Teufel!‹ klang es zu allen Tages- und Nachtstunden im Hause, im Garten, im Felde, auf dem Flusse, kurz überall, wo Wersenew nur auftauchte.

Wersenew blieb aber niemals der lustigen Gesellschaft fern; es zog ihn immer zu seinen Gästen,

und er folgte ihnen, laut mit der Nase schnaufend, überallhin wie ein Schatten. Von allen vernachlässigt und in den Schatten gedrängt, wiederholte er zu den Klängen der Tanzmusik, zu dem lustigen Lachen und Schreien, zu dem Knistern des Feuerwerks und dem Krachen der Raketen sein einziges, seinen Ärger und seine Ohnmacht zusammenfassendes schwarzes Wort:

»Teufel!«

Alle hatten sich so sehr an diesen Wersenewschen ›Teufel‹ gewöhnt, daß es niemand mehr merkte.

Nur die alte Kinderfrau Solomowna, eigentlich Jefimija Awessalomowna, die den Sergej Sergejewitsch großgezogen hatte, schlug das Kreuz und schüttelte den Kopf.