Wenn in der Küche oder in der Mägdekammer von den Herrschaften gesprochen wurde, tadelten sie weder deren Verschwendungssucht noch die Lotterwirtschaft, sondern nur das eine: daß der gnädige Herr immer den ›Teufel‹ im Munde habe.

Man wußte ja sehr gut, von Solomowna wußte man es, wohin das führen konnte.

»Wenn man den Teufel zur ungelegenen Zeit ruft, so kommt er als schwarzer Sturmwind geflogen und ergreift den Menschen, und der Mensch geht zugrunde!« sagte die Kinderfrau, indem sie sich den Mund bekreuzigte und den Kopf schüttelte.

Und alle waren ihrer Meinung; niemand widersprach

ihr, besonders wenn abends davon die Rede war. Der Koch Prokofi Konstantinowitsch spottete nicht, der Kutscher Anton wußte nichts dagegen einzuwenden, die drei Zimmermädchen: Charitina, Ustja und Sanja waren ganz ihrer Meinung, ebenso wie die Wäscherin Matrjona Simanowna und der Bautischler Terenti; selbst der verwilderte Schmied, den man ›Truthahn‹ nannte, der an keine übernatürliche Macht glaubte und selbst eine Art Hexenmeister oder Gott weiß was war, sagte kein Wort dagegen; der schweigsame Lakai Sinowi lächelte nicht, und sein Gehilfe, der kleine Pjotr, wagte nicht zu grinsen; dieser Pjotr glaubte nur an den schrecklichen Wels mit dem langen Schnurrbart, der einmal vor grauen Jahren ein Kalb verschlungen hatte und sich alle zwölf Jahre im Flusse zeigte; beim bloßen Gedanken an diesen Wels zitterte er am ganzen Leibe.

»Auch der selige Herr Sergej Petrowitsch hatte so eine Angewohnheit«, pflegte Solomowna zu sagen, »alle Leute nannte er ›Kreaturen‹. ›Kreatur‹, pflegte er zu sagen, ›komm einmal her!‹ Selbst den Dorfgeistlichen nannte er Kreatur. Die Sünde ist zwar groß, aber doch lange nicht so groß wie die von Sergej Sergejewitsch.«

Sergej Sergejewitsch, dem es unter den Gästen langweilig wurde, kam plötzlich in die Küche oder in die Mägdekammer und stand, schwer mit der Nase schnaufend, da.

Die Dienstboten sprangen erschrocken auf

und erwarteten von ihm irgendeinen Befehl oder auch ein ordentliches Donnerwetter.

Sergej Sergejewitsch stand aber regungslos da, starrte unverwandt auf den verwilderten ›Truthahn‹, der selbst eine Art Hexenmeister oder Gott weiß was war, und verzog das Gesicht mit einem Ausdruck, als ob er sich auf etwas besinnen wollte, oder nach einem Wort suchte, das präziser als alle sonst gebräuchlichen Umgangsworte seinen Gedanken ausdrücken könnte, während es in seiner Kehle eigentümlich pfiff.