Nachdem er die bestürzten Dienstboten eine Zeitlang in gespanntester Erwartung hatte zappeln lassen, winkte er plötzlich mit der Hand ab und faßte seinen Ärger und seine Ohnmacht in das eine Wort zusammen:
»Teufel!«
»Teufel!« — hallte es irgendwo im Korridor wider, und irgendwo unter dem Ofen, und irgendwo im Keller, und irgendwo hoch über der Decke auf dem dunklen Dachboden; das Wort übertönte die Musik, den Tanz, das Lachen, Schreien, das Krachen der Raketen und das Knistern des Feuers.
Die Sterne am Himmel, die trüben Sterne von Krutowrag, die sich an die emporlodernden Flammen längst gewöhnt hatten, blickten unruhig auf das Wersenewsche Haus hernieder.
2
Woher und wie lange Wersenew die üble Angewohnheit hatte, den Teufel zu rufen, wußte niemand; niemand dachte auch je darüber nach.
Wollte man auf alle Redensarten und Scherzworte aufpassen und über sie nachdenken, so würde ein Menschenleben dazu nicht ausreichen; außerdem riskiert man dabei, sich selber eines davon anzugewöhnen: es gibt doch recht üble Redensarten! Der Adelsmarschall Turbejew pflegt zum Beispiel an jeden Satz, den er spricht, das Wort ›gewissermaßen‹ anzuhängen, und das hat ihm noch niemals geschadet. Als aber der Krutowrager Krämer Charin diese Redensart vom Adelsmarschall übernommen hatte, kam er beinahe an den Bettelstab. Wie sollte er auch nicht an den Bettelstab kommen? Nehmen wir zum Beispiel die von einem Krämer am häufigsten gebrauchte Wendung: ›Das kostet soundsoviel‹; dieser Ausdruck ist durchaus eindeutig und bestimmt den Preis in Rubeln und Kopeken aber: ›Das kostet gewissermaßen soundsoviel‹ — klingt schon ganz anders. Oder: ›Schicken Sie es mir gewissermaßen sofort‹; ›Schicken Sie es mir sofort‹ — das versteht der größte Dummkopf, aber ›gewissermaßen sofort‹ wird auch der Gescheiteste nicht verstehen. Dasselbe gilt von Wersenews ›Teufel‹: wenn man dieser Redensart zuviel Beachtung schenkt und immer an sie denkt, so kann sie leicht an einem hängenbleiben; und wenn
man sie sich angewöhnt hat, geht man sicher zugrunde. Die alte Solomowna mußte es ja wissen: Solomowna stammte noch aus der Zeit der Leibeigenschaft; sie hatte vieles gesehen, gehört und erlebt; also hatte sie wohl recht, wenn sie sagte: Wenn man den Teufel zur ungelegenen Zeit ruft, so kommt er als schwarzer Sturmwind geflogen und ergreift den Menschen, und der Mensch geht zugrunde!
So urteilten alle Leute in Krutowrag und auch anderwärts, die, ob sie wollten oder nicht, mit Sergej Sergejewitsch zusammenkommen mußten; es waren auch gar nicht die ersten besten, sondern lauter belesene und verständige Menschen, bewanderte Archäologen und Mechaniker.
So urteilte auch der Geistliche von Krutowrag P. Astriosow, der zwischen allen Dingen und Handlungen ein ›Bindeglied‹ zu konstruieren suchte, kein gewöhnliches, sondern unbedingt ein ›eisernes‹ Bindeglied.