Einige Wagen mit Teefässern kamen vorbei. Die Räder knirschten und übertönten alles. Der Staub verdeckte den Ausblick. Endlich legte sich der Staub, und die Straße lag leer da.
Bis zum Horizont war die Straße zu sehen, und kein Glöckchen läutete mehr. Still und leer war die Welt. Nur die Pappeln im Garten rauschten.
Von diesem Tage an begann für den Knaben ein neues Leben: Er hatte ein neues Spiel: ›Ankunft des Vaters‹.
Dieses Spiel hatte er selbst erfunden.
Es amüsierte ihn, wenn die Mutter bei seinem Ruf: ›Vater kommt!‹ von ihrem Platz am Fenster aufsprang und plötzlich leichenblaß wurde und zitterte. Ihn amüsierte ihr Aufschrei, der jedesmal unheimlicher und abgerissener klang . . .
Und wenn er so spielte, glaubte er selber daran, daß er den Vater gesehen hätte; auch seine Mutter glaubte es.
Mutter und Sohn sahen auf die Landstraße hinaus . . . So lange scheint es her zu sein und ist doch vor kurzem hier, auf dieser Erde, geschehen! Wie schön rauschten damals die Pappeln im Garten!
›Es zieht mich hin zu diesem stillen Strand . . .‹
»Teufel!« wehrte sich Sergej Sergejewitsch gegen den Ansturm der Erinnerungen.
Die Mutter starb, ohne den Vater wiedergesehen zu haben. Sie starb, am Fenster sitzend und auf die Straße blickend.