Niemand wunderte sich, niemand regte sich darüber auf; es war, als ob alle das Ereignis vorausgeahnt und nur aus Feingefühl geschwiegen hätten, ebenso wie man in Gegenwart eines Schwerkranken von seinem nahen Tode zu sprechen sich scheut.

Das eheliche Zerwürfnis (General Belojarow gebrauchte übrigens einen andern, nicht wiederzugebenden Ausdruck), mit dem man sich den plötzlichen Entschluß Jelisaweta Nikolajewnas erklärte, beschäftigte eigentlich nur ihre ehemaligen Freundinnen, die nun mit ihren heimlichen Verdachtsgründen triumphierten.

»Jetzt ist es klar, daß sie in einen Roman verwickelt ist; natürlich ist es ein Roman, obwohl niemand den Auserwählten ihres Herzens kennt; aber dieser Auserwählte muß doch irgendwo vorhanden sein! Wo käme denn sonst das Zerwürfnis her?«

So urteilten die Damen.

Niemand hatte aber Lust, sich mit der Sache eingehender abzugeben; niemand hatte Lust, seine Nase in ein fremdes Malheur zu stecken; denn man kommt immer besser weg, wenn man sich in solche Angelegenheiten nicht einmischt.

Unruhig rauschte das Korn auf den Feldern, unruhig brauste es im Walde; auch die Sterne, die trüben Sterne von Krutowrag,

flimmerten unruhig über dem Wersenewschen Hause.

Krutowrag war nun leer. Niemand hatte Lust, Wersenew in seiner Einsamkeit zu besuchen.

In den ersten Tagen kamen allerdings einmal drei Damen, die mit Jelisaweta Nikolajewna befreundet waren, zu Besuch. Sie kamen nach Krutowrag, um, wie sie später selbst erklärten, zu riechen, welch ein Wind jetzt dort wehte.

Die Damen fielen über Wersenew her und redeten ihm die Ohren voll, so daß er nicht einmal die Möglichkeit hatte, seinen ›Teufel‹ loszulassen.