»Der Mann, der dich hat aufs Minaret steigen sehn, hat gesagt, du hast ihn getötet. Du belügst uns. Wir wollen dein Haus durchsuchen, ob wir nicht seinen Kopf finden.«

»Kommt und sucht,« sagte Dscheha.

Sie traten ein und begannen zu suchen; sie stöberten das ganze Haus durch, fanden aber nichts. Da fiel einem die große Holzschüssel auf, die verkehrt dalag, und er ging hin, und hob sie auf; und er fand darunter den Hammelkopf. Nun sagte er zu seinen Gesellen: »An dieser Stelle, die uns verdächtig war, finde ich einen Hammelkopf. Es ist also wahrscheinlich, daß es nicht Dscheha war, der den Muezzin getötet hat.«

Darauf gingen sie alle nach Hause, und Dscheha war gerettet.

416.

DScheha traf im Walde einen Schakal und zu dem sagte er: »Du Schakal, wie bist du denn eigentlich geartet? Du tust Tag und Nacht nichts andres, als im Walde herumzulaufen. Komm, geh mit mir nach Hause, und wir werden miteinander wohnen; was ich esse, wirst du essen, und wenn ich nichts tue, wirst du nicht mehr tun.«

»Gott hat mich erschaffen,« antwortete der Schakal, »damit ich im Busche herumlaufe, und es ist mir unmöglich, in einem Hause zu verweilen.«

»Meine Absicht ist,« erwiderte Dscheha, »dir gutes zu tun.«

»Du bist listig,« sagte der Schakal; »aber wenn du eine List hast, so habe ich ihrer zehn. Darum wird es dir nie gelingen, mich zu foppen.«

»Mein lieber Freund, ich habe auch nicht eine einzige List; du bist eben mißtrauisch. Ich will nur, daß du mit mir nach Hause essen und trinken kommst. Das ist besser, als so durch den Wald zu schweifen, ausgesetzt den Dörnern, der Kälte und dem Hunger.«