Dscheha, der in diesem Augenblicke zurückkam, blieb auf der Straße stehn; als er seine Frau weinen hörte, lief er herbei und sagte: »Was hast du?«

»Der Schakal, den du hergebracht hast, hat deinen Sohn gefressen.«

Der Schakal tat, als ob er zornig wäre, und sagte zu Dscheha: »Ich habe es dir am ersten Tage gesagt: laß mich, ich gehe nicht her. Dann hast du mich aber gezwungen zu kommen. Jetzt segne dich Gott! So also handeln Freunde an ihren Freunden? Laß mich augenblicklich gehn.«

»Bleib nur,« sagte Dscheha, »und mache dir nichts aus den Reden einer Frau.«

Er ging zu seiner Frau und sagte zu ihr: »Schweig, sage ich dir, damit er bleibt und nicht geht. Daß er meinen Sohn gefressen hat, be zweifle ich nicht; vorderhand aber wollen wir ihn dabehalten, damit ich ihn töte, ihn, der mein Kind gefressen hat.«

Der Schakal erriet alles. Si Dscheha dachte bei sich, daß er auf den Schakal, nachdem er ihn habe einschlafen lassen, losgehn und ihn abkehlen werde; aber der Schakal, der voraussah, was ihm geschehn sollte, ließ seine Wirte einschlafen, sprang über die Mauer und suchte das Weite.

Si Dscheha und seine Frau standen auf und er ging an den Ort des Schakals; aber er fand, daß der Schakal nicht mehr da war. Er kehrte zu seiner Frau zurück und sagte zu ihr: »Du bist schuld daran, daß er gegangen ist. Hättest du nicht mit ihm gesprochen, so hätte er sich nicht geflüchtet und wir hätten ihn getötet; nach dem Auftritte aber, den du ihm gemacht hast, hat er fortgehn müssen.«

417.

ALs Dscheha alt wurde, ließ sein Gesicht nach, und er sah nicht mehr so gut wie in seinen jungen Jahren: einst hatte er ein Rebhuhn oder einen Hasen auf fünfhundert Schritt gesehn und mit jedem Pfeil, den er abschoß, sein Ziel getroffen; jetzt aber zitterten seine Hände und er sah nicht mehr so gut. Als seine Freunde diese Zeichen des Greisenalters bemerkten, machten sie sich lustig über ihn. Um ihnen nun den Mund zu stopfen, dachte er sich eine List aus, die wir erzählen wollen.

Er kaufte einen jungen Hund, den er Packan nannte, und richtete ihn auf jede Jagd ab; und er lehrte ihn alles bringen, was er ihm angab. Oft versteckte er am Morgen einen toten Hasen im Gebirge; er zeigte dem Hunde den Ort, wo er ihn hinlegte, und ging mit ihm zurück nach Hause. Gegen Mittag sagte er dann dem Hunde: »Such.« Packan lief ins Gebirge und kam im Nu mit dem Hasen im Maule zurück. Schließlich war der Hund ausgezeichnet abgerichtet. Dscheha wartete den Tag des großen Festes ab, um die Dorfleute zu verblüffen.