»Gut,« sagte Dscheha, »gehn wir, wohin du willst.«
Dieser Freund, auf den Dscheha so viel Vertrauen setzte, hatte ihn verraten und Geld von Leuten genommen, denen Dscheha geschadet hatte.
Er führte also Dscheha ins Haus. Dscheha versah sich keineswegs von diesem Manne, daß er ihn töten würde, da er sein vertrauter Freund war; darum eben kam ihm der Gedanke nicht, als er ins Haus trat. Der Freund hatte über die Grube eine Matte gespannt und darüber noch einen Teppich gebreitet.
Als Dscheha beim Eintritte den Teppich sah, dachte er, das sei eine Aufmerksamkeit, die ihm sein Freund erweise; er ging vorwärts, um auf dem Teppich Platz zu nehmen, und fiel in die Grube.
Augenblicklich lief der Verräter zu denen, die ihm Geld gegeben und zu ihm gesagt hatten: »Du wirst Si Dscheha töten; denn er hat uns viel geschädigt.« An diesem Tage kam er nun ihnen sagen: »Ich habe Si Dscheha getötet.«
»Wir gehn mit dir,« sagten sie, »um zu sehn, wie du ihn getötet hast.« Und sie gingen mit ihm.
Im Hause angelangt, beugten sie sich über die Grube und sahen auf ihrem Grunde Si Dscheha. »Si Dscheha,« sagten sie zu ihm, »hast du es nun satt, alles nur nach deinem Kopfe machen zu wollen? Jetzt, nicht wahr, wirst du uns keinen Schaden mehr zufügen.«
»Wahrhaftig,« sagte Dscheha, »ihr seid es nicht, die meinen Untergang herbeigeführt haben; mein Freund ist es, mit dem ich oft Brot und Salz gegessen habe; sooft er mit mir aß, sooft aß ich mit ihm. Bis jetzt habe ich ihm nie etwas böses getan; er hat es mir zuerst getan, Gott Lob!«
Die Männer kehrten sich zu dem, der ihn also in die Grube gestürzt hatte, und sagten zu ihm: »Er ist nicht tot. Es ist möglich, daß er wieder herauskommt. Ist er nicht der schlaueste von allen Menschen? Er wird die Wände untergraben, bis so viel Erde herunterfällt, daß er heraufkommen kann; dann wird er uns alle töten, dich so wie uns.«
»Da ist eine Flinte,« sagte der Mann; »einer von euch soll auf ihn schießen.« Er gab ihnen die Flinte.