450.
EInmal ging der Hodscha Nasreddin spazieren; ein junger Zigeuner lief ihm nach und bettelte, er solle ihm etwas schenken. Dem Hodscha, der die Zigeuner haßte, fiels nicht ein, sich umzudrehn, geschweige denn ihm etwas zu geben. Plötzlich schrie der Zigeuner aus vollem Halse: »Schenk mir etwas, Herr, sonst werde ich etwas tun, was ich noch nie getan habe!«
Nasreddin drehte sich um, warf ihm einen Para zu und fragte ihn, was er zu tun beabsichtigt hätte. Darauf antwortete der Zigeuner: »Ja, Herr, hättest du mir nichts geschenkt, so hätte ich arbeiten müssen, und das habe ich noch nie getan.«
451.
EInmal kam wieder sein nächster Nachbar zum Hodscha und fragte ihn, warum er seinen Hund habe die ganze Nacht bellen lassen, so daß er und die Seinigen im Schlafe gestört worden seien.
Nasreddin, der wohl zugehört hatte, lachte und antwortete: »Ich glaube, du wirst doch nicht von mir verlangen wollen, daß ich bellen soll.«
452.
ALs Nasreddin einmal besonders gut aufgelegt war, erzählte er in einer Gesellschaft, daß er, als er in Stambul gewesen sei und in dem Garten des Sultans, dort Bienen gesehn habe, so groß wie Schafe.
Da fragte ihn einer von den Zuhörern: »Wie groß waren denn dann die Bienenstöcke?«
Nasreddin antwortete: »Gerade so groß wie bei uns.«