EInmal fiel Nasreddin in eine Kotlache und bemühte sich vergebens herauszukommen. Schließlich sprach er bei sich: »Ich werde da nie herauskommen können, wenn ich mich nicht bei den Haaren packe und mich herausziehe.«
460.
EInes Nachts wurde Nasreddin von seiner Frau aus dem tiefsten Schlafe geweckt, und sie sagte zu ihm: »Das Kind weint schon seit einer Stunde. Wiege es ein wenig; eine Hälfte des Kindes gehört doch dir.«
»Meine Hälfte soll weiter weinen,« antwortete Nasreddin; »wiege du nur deine Hälfte.« Damit kehrte er sich zur Wand und schlief ein.
461.
NAsreddin begegnete einmal einem Freunde, den er schon lange nicht gesehn hatte, und der fragte ihn im Gespräche: »Wie gehts dir denn jetzt.«
Nasreddin antwortete: »Nun, ganz gut; mein ganzes Geld steckt in Getreide, was ich an Getreide habe, steckt in Mehl, was ich an Mehl habe, steckt in Brot, und was ich an Brot habe, ist alles in meinem Bauche.«
462.
ALs der Hodscha Nasreddin eines Tages in der Moschee auf die Kanzel stieg, richtete einer, in der Meinung, der Hodscha werde antworten können, eine Frage an ihn; aber Nasreddin antwortete ihm, daß er es nicht wisse. Darauf sagte der Fragesteller: »Wenn du das nicht weißt, warum bist du dann so hoch hinaufgestiegen?«
Und Nasreddin gab ihm zur Antwort: »Ich bin so hoch hinaufgestiegen nach dem Maße dessen, was ich weiß; sollte ich aber nach dem hinaufsteigen, was ich nicht weiß, dann, Bruder, würde ich bis in den Himmel kommen.«