463.

EInes Nachts hatte der Hodscha einen wunderbaren Traum, und am Morgen ging er sofort zum Kadi. Auf dessen Frage, warum er gekommen sei, antwortete er: »Ich habe heute Nacht einen wunderbaren Traum gehabt.«

»Ists möglich? ists möglich?« staunte der Kadi; »was hast du denn geträumt?«

»Mir hat geträumt, daß du und ich unsere Häuser getauscht haben, und ich habe dir hundert Asper aufgezahlt. Da nun heute alles verkehrt zu verstehn ist, so bleibt mir mein Haus und dir das deine, und ich bitte dich, daß du mir die hundert Asper gibst.«

464.

EInmal pflanzte der Hodscha Zwiebeln, und da bespuckte er jede Knolle, bevor er sie in die Erde steckte. Als man ihn fragte, warum er das mache, antwortete er: »Nun, ich begieße sie, und das bekommen sie von mir mit; das übrige sollen sie vom Herrgott verlangen.«

465.

DEr Hodscha ging einmal ins Dorf zu einem Freunde und saß bei ihm von Mittag bis Mitternacht; niemand kümmerte sich dort um ihn, und nicht das geringste wurde ihm angeboten. Da fing er zu gähnen an und setzte das so lange fort, bis ihn sein Freund fragte: »Hodscha, woher kommt das Gähnen?«

»Es sind da zwei Ursachen,« antwortete Nasreddin: »die eine ist der Hunger, die andere ist die Schläfrigkeit; aber schläfrig bin ich nicht.«

466.