489.
DEr Hodscha ging einmal in ein Bad. Die Wärter gaben ihm ein altes Badetuch11 und ein beschmutztes baumwollenes Reibzeug12 und behandelten ihn nicht so, wie es sich gehört hätte. Der Hodscha sagte nichts, hinterließ aber, als er aus dem Bade wegging, auf dem Spiegel zehn Asper, einen Betrag, den damals nur sehr reiche Leute geben konnten, und darüber waren die Wärter sehr erstaunt.
Nach einer Woche ging er wieder in dasselbe Bad, und nun setzten die Wärter eine Ehre darein, ihm alle Aufmerksamkeit und Hochachtung zu erzeigen. Der Hodscha sagte wieder nichts, hinterließ aber beim Weggehn nur einen Asper auf dem Spiegel. Wieder wunderten sich die Wärter, und sie sagten zu ihm: »Was ist das?«
Er antwortete ihnen: »Dieser eine Asper ist die Bezahlung für das Bad in der vergangenen Woche; die zehn Asper, die ich euch in der vergangenen Woche gegeben habe, sind die Bezahlung für das heutige.«
490.
DEr Hodscha kaufte einmal auf dem Markte Gemüse und warf es in seinen Sack; dann bestieg er seinen Esel, um heimzukehren, und nahm den Sack auf seine Schultern. Unterwegs begegnete ihm einer und der fragte ihn, warum er den Sack nicht dem Esel auflege, sondern ihn selber trage.
Er antwortete: »Damit das arme Tier nicht gar zu müde wird.«
491.
EIner gab dem Hodscha ein Hemd, damit er es auf dem Markte verkaufe. Das Hemd war aber gestohlen, und das wußte der Hodscha. Auf dem Markte wurde nun in der großen Menge dem Hodscha das Hemd gestohlen.
Als er zurückkam fragte ihn der, der ihm das Hemd gegeben hatte, um wie viel er es verkauft habe, und der Hodscha antwortete: »Der Markt war heute sehr flau, und darum habe ich es um deinen Preis verkauft, um so viel nämlich, wie du dafür gezahlt hast.«