Über diese Antwort der Frau lachten alle übermäßig, aber sie entgegnete darauf und sagte zu ihnen: »Jetzt lacht ihr freilich, weil ihr die Sicherheit habt, bezahlt zu werden.«

509.

DRei Männer, die ein Säckchen mit Nüssen gefunden hatten, kamen zu Nasreddin und baten ihn, die Nüsse nach Gottes Weise unter sie zu teilen. Nasreddin öffnete den Sack und gab dem einen ein paar Nüsse, dem andern etliche mehr und dem dritten alles, was der Sack noch enthielt.

Daraufhin sagten die drei zu ihm: »Du hast nicht ordentlich geteilt, Hodscha.«

Aber der Hodscha antwortete ihnen: »So teilt Gott, ihr Dummköpfe! dem einen gibt er viel, dem andern gar nichts; hättet ihr mir gesagt, ich solle sie unter euch nach Menschenweise verteilen, so hätte ich die drei Teile gleich groß gemacht.«

510.

IN der Absicht, bei seinem Nachbar etliche Zwiebeln zu stehlen, stieg Nasreddin auf das Dach und versuchte, durch das Rauchloch in das Haus des Nachbars hinabzusteigen. Nun hielt er einen Schatten, den das Mondlicht machte, für einen Balken und setzte unvorsichtigerweise den Fuß darauf; so stürzte er vom Rauchloche hinunter und fiel in den Herdwinkel des Nachbars, wobei er sich den Fuß garstig brach. Auf diesen Lärm erwachte der Nachbar und er rief seinem Weibe zu, sie solle rasch Licht machen, damit er den Dieb greife.

Aber der Hodscha sagte zu ihm: »Beeile dich nicht, Nachbar; nach dem Sturze, den ich getan habe, wirst du mich nicht nur heute, sondern auch morgen hier haben.«

511.

DEr Hodscha Nasreddin verkaufte die Gurken seines Gartens, und von dem dafür gelösten Gelde kaufte er einen Esel. Als er den nun einmal mit Holz beladen nach Hause trieb, glitt der Esel in einem Flusse, über den sie zu setzen hatten, aus, fiel nieder und ertrank. Ohne darüber auch nur im geringsten zornig zu werden, sagte der Hodscha: »Der aus dem Gurkengelde gekaufte Esel stirbt eben durchs Wasser.«