»Dem sagst du,« antwortete der Hodscha, »daß sie inwendig aus dem Ofen weggeflogen ist, und kümmere dich weiter um nichts.«

Als der Garkoch die Beharrlichkeit des Kadis sah, schickte er ihm die Gans ins Haus, weil er ihn nicht verdrießlich machen wollte.

Nach fünf Minuten erschien der Mulazim und verlangte seine Gans.

Mit der unschuldigsten Miene nahm der Garkoch die Schaufel und fuhr damit in den Ofen, um scheinbar die Gans zu suchen; er drehte sie hieher, er drehte sie dorthin, aber umsonst.

»Merkwürdig,« sagte er, immer herumstöbernd, »sie muß weggeflogen sein.«

»Vorwärts, mach schnell,« entgegnete der Mulazim; »es ist meine Essenszeit und ich habe einen teuflischen Hunger.«

Aber die Gans kam nicht zum Vorschein.

Der Mulazim hatte unterdessen zu schreien angefangen, der Garkoch stocherte fortwährend weiter, wobei er immer wiederholte, die Gans scheine davongeflogen zu sein, und vor der Bank sammelte sich eine Menge Leute an. Schließlich verlor der Mulazim die Geduld und er stürzte sich auf den Garkoch; der riß die Schaufel aus dem Ofen, um sich damit zu verteidigen, aber dabei flog der Schaufelgriff einem Juden, der dabeistand, ins Gesicht und schlug ihm ein Auge aus.

Als der Garkoch sah, in welch schlimmer Lage er war, sprang er über die Bank und lief, um sich zu retten; aber ihm setzte nicht nur der Mulazim nach, sondern auch der Jude und die Freunde des Juden.

Auf dem Wege war eine Haustür offen und dort lief er hinein, um sich zu verbergen. In dem Hofe saß aber eine schwangere Frau, und als die sah, wie er plötzlich hereinstürzte und was für eine Menge ihn verfolgte, erschrak sie und tat eine Fehlgeburt.