Es — ist — uns — nicht — beschieden —, Wahrhaft Schwache zu sein, — es ist — uns — nicht beschieden; ich will mich ganz für dich auspressen.

Fünfmal hab ich es geträumt von der Mongolenstadt, dann hab ich es gewußt. Ja, du sollst alles hören, speichle nicht dazwischen. Darum bin ich nach dem Hia-ho geflohen, darum hab ich dich ausgelacht, euch mit den Füßen fortgestoßen. Ich hab mich geirrt auf den Nan-ku-bergen; das Schicksal schlägt nach uns, mit dem Huf, wo wir uns sehen lassen. Ein Wahrhaft Schwacher kann nur Selbstmörder sein. Und sie sind’s gewesen, und ich hab’s gesehen in der Mongolenstadt und die kaiserlichen Generäle haben’s gesehen. Und das ist Unsinn, Ngoh, und das kann ich nicht mit anschauen und darum bin ich wieder hergekommen, weil ich schuld daran bin, und es kann doch nicht so endlos weitergehen. Es sollen alle zu Grunde und auf einmal hingeschlagen werden, und ich mit ihnen auf einem Haufen. Ja, die Mongolenstadt war noch besser! und so soll’s mit uns werden und schlimmer.“

Ngoh kam mit zitternden Knien auf Wang gegangen, der gegen die Wand des Verschlages seine Sätze schäumte und dessen weiße Lippen troffen, betastete seinen schlenkernden Arm: „Es ist ja nicht wahr, Wang-lun, es ist ja nicht wahr.“

Als Wang aufröchelte, ließ Ngoh den Arm; Wang zerrte sich den Strohhut herunter, sackte auf die Bank hin, stöhnte: „Es ist gemein, es ist gemein!“

Er rieb den Schädel rückwärts gegen die Bretter; sein verbissenes starres Gesicht schattete geradeaus: „Geh, ich will nichts wissen von dir, Ngoh. Mach mich nicht ungeduldig. Lauf weg, Ngoh, lauf weg, ich fürchte mich für dich, ich bitte dich. Geh rasch hier weg.“

Der verwirrte Ngoh pendelte automatisch an das Holztor.

Als das Tor hinter ihm knarrte, trommelten Wangs Fäuste gegen die Holzverschalung. Seine blutdurchwirbelten Klauen wuchteten die Bank los, auf der er gesessen hatte, zerknickten und zerschleuderten sie. Er arbeitete erbittert gegen die hinfällige Bude, wütete über den sonnenhellen Hof: „Schurken, Schurken sind hier, Halunken, Mörder! Ich bin in eine Schlangengrube gefallen.“ Rannte mit anstemmendem Rücken, Knieen gegen den schwankenden krachenden Verschlag: „Ich kann mich umbringen.“

Nach zwei Stunden schmauchte Qualm aus den Fenstern des Jamens; die beiden vorderen Gebäude quietschten, zeterten, heulten maulvolle Flammen. Als man das Hoftor erbrechen wollte, polterte es, von innen geöffnet. Wang-lun knirschte durch den Spalt; kranke waffenprahlende Blicke: das Jamen solle abbrennen; man achte auf die Nachbargrundstücke.

Am Abend dieses Tages fand militärische Beratung im Stadtgott-Tempel statt. Dreißig Männer trafen ein; zwanzig Führer der bisherigen Truppen, zehn aus der Stadt, von den Gilden präsentiert. Ngoh, auf Wang-luns Wunsch eingeladen, erschien. Die Debatte, die bis in die Nacht währte, behandelte die Organisation der Stadtjugend und ihre Bewaffnung. Zum ersten Male tauchten hier Vorschläge auf, Wang zum König zu machen. Wang-luns Plan, nach Vorbereitungen direkt auf Pe-king loszugehen, nachdem man sich mit den abtrünnigen Garden vereint hatte, fand Billigung. Es sollte proklamiert werden: der Drachenthron wird der Mingdynastie wiedergewonnen.

Am nächsten Mittag, nach dem Turnen und Ringübungen der Soldaten, näherte sich Ngoh dem rasch ausschreitenden Wang, der sich den Schweiß abwischte. Sie gingen durch morastige Seitengassen nach dem Innern der Stadt.