„Laß nur, mich stört das nicht. Es ist lehrreich. Du mußt diesen Augenblick gut miterleben. Wir kommen nicht oft in die Lage, den Menschen so nah ins Gesicht zu sehen. Es werden die Mings nicht kommen. Ihr — ihr Dummköpfe. Man wärmt keine Kaiser auf. Wie gut, wie zehnmal gut, daß die reine Dynastie gekommen ist mit den Mandschus. Eisen gehört über euch. Für dieses Volk gibt es keine Freiheit. Nur Liebe, die durch die Straßen marschiert mit dem krummen Säbel am Gürtel.“

Khien-lung stand am Fenster mit drohend vorgestoßener Faust, Kia-king erhob sich. Nach einer Pause Kia-king: „A-kui hält die Tatarenstadt. Unsere Wälle und Mauern sind gut besetzt.“

„Ich weiß, du meinst, sie sind nicht gut besetzt. Es sind genug für die da.“

„Ob es nicht besser wäre, Vater, vielleicht mehr Truppen von dem mandschurischen Banner, von den Bogenschützen aus Kirin in die Rote Stadt zu werfen. Es laufen Gerüchte von der Unsicherheit einiger Regimenter der anderen Banner.“

„Unsere Banner sind alle gut. Von wo hast du Gerüchte?“

„Ich konnte nichts festes ermitteln. Mein Diener gab mir eine verdächtige Wachstafel mit Geheimzeichen, verloren in einer Bannerkaserne. Ich habe herumgefragt, man hat mir sagen können, daß schon sonst gemunkelt wird.“

Khien-lung feixte ihn an: „Gemunkelt. Eine verdächtige Wachstafel gefunden. Bannerkaserne. Meine Eunuchen sollen besser aufpassen. Weibergeschichten. Weiter nichts.“

„Immerhin, es beunruhigt —“

„Das merke ich. Es beunruhigt dich.“

„Die Prinzessin und andere Prinzen haben von den Gerüchten gehört. Wenn wir uns fürchten —.“