Ngoh suchte.
Sie gingen vielleicht rechts und links.
Diese schneeschwere Luft, dieses neblige Grau an den kahlen Hängen, fuderhoch über dem Geröll, über das man trat, diese weiche gespenstige Masse, die sich nicht ausschütten und reinigen wollte. Man konnte sie mit den schaufelnden Armen nehmen, sich an die Ohren drücken.
Plötzlich fiel ihm ein: „Lotosblumenlampen, Lotosblumenlampen, heute zünden wir euch an, morgen seid ihr abgetan.“ Das Kinderlied flimmerte beharrlich in ihm und ermöglichte ihm, den linken Arm aufzustemmen, die Knie zu biegen, das linke Bein vorzustellen, zu gehen. Und schon bog er selbst um die Ecke des Weges, lief, so rasch er konnte, hinter dem Zuge her.
Er schloß sich vier Männern an, von denen einer, ein buckliger mit sehr klugem mageren Gesicht, vorgewölbten Augen, aus einer Sutra vorlas, langsam, so gut er bei seiner Atemnot konnte. Ngoh hörte auf das alberne Gewäsch. Die vier Männer kniffen aufmerksam Stirnen und Lippen zusammen. Der Fremde mischte sich nicht ein. Zwei grüne kantige Steine drehte er in den Händen her und hin, hob sie vor den Buckligen mit dem Sutrablatt, fragte, ob er glaube, daß dies Jadesteine wären. Der sah ihn an, dann prüften die vier ernst die Stücken, rieben sie gegeneinander, leckten mit der Zungenspitze daran. Sie schüttelten nacheinander die Köpfe; der Bucklige gab mit Ausdrücken des Bedauerns die Steine zurück.
„Ich wollte mir“, sagte Ngoh nachdenklich mit ihnen marschierend, „eine Schärpe mit grünen und blauen Stickereien machen lassen; daran sollten die Steine angebracht werden in einer Weise, die ich mir vor einigen Jahren ausgedacht habe. Aber wenn ihr meint, daß es keine echten Jade sind, so werde ich mir keine Schärpe machen lassen.“
Der Bucklige hob sein Sutrablatt, strich ein Quadrat in der Gebetspyramide darauf mit Holzkohle aus. „Wir wollen noch einmal die Sutra lesen von der Kleinen Überfahrt.“
Ngoh ließ den Tag bis auf den letzten Tropfen der Wasseruhr verrinnen.
Es war ein schöner, einhüllender Abend.
Er gelobte die Armut, die Ruhe, das Nichtwiderstreben. Verlangte keine Versuchszeit, flüsterte, er schlösse sich ihnen an; dabei machte er eine kühle abweisende Bewegung, eine einsargende glättende Bewegung.