„Was denn, Oskar?“

„Meinen Wein soll er mir aussaufen dürfen und ich geh ins Kittchen?“

„Was denn, Oskar?“

„Meine Sach hab ich mit Fabian abgemacht, wie wir’s besprochen haben. Kommst du mit, ist’s gut. Kommst du nicht mit, mach ich mein Ding allein, Karl. Es muß ein End nehmen damit.“ Haslau schloß die Kommode auf, stopfte sich Geld aus einem braunen Strumpf in die Taschen. Den Schlüssel warf er vor Hitzinger auf den Tisch. „Oskar, daß du dich vorsiehst. Wir können alle zusammen nichts ausrichten gegen die Federfuchser. Es ist eine abgefeimte Klique.“

„Wirst schon sehen, Karl. Wirst schon sehen.“

Nach vierundzwanzig Stunden brannte die Villa des Amtsrichters ab; das Feuer brach im Dachstuhl aus, ein schlafendes Kindermädchen und viele Tauben kamen um.

Haslau war verschwunden.

Erstach Vieh bei Begüterten, zündete Heuschober an. Wütete im Land. Nach anderthalb Jahren ergriffen ihn zwei Gänsetreiber in der Nähe von Hitzingers Gasthaus, als er sich mit einer Strickleiter hinter dem Amtsgebäude des Dorfes zu schaffen machte. Nachdem man ihm mit Riemen Hände und Füße verschnürt hatte, war er taumlig und bei Stimmung, sah tiefbraun und sehr mager aus. Den gewaltigen Gendarm, der ihn hielt, seinen Feind grinste er an: „Lebst auch noch, alter Sepp. Gönn’s dir, daß du mich gefaßt hast; sollst deine Freud haben.“

Aus den kleinen Türen polterten die Dorfgenossen in die graue Morgenfrühe; reckten die Arme, stießen dem gebundenen Patron in die Weichen, klatschten ihm mit einer Latte meckernd über die Waden. Er bläkte einknickend: „Jetzt machts mit mir, was ihr wollt, ihr Grindköpfe. Jetzt kanns geschehen. Reißt mir die Kaldaunen aus dem Leib. Leckt mir meine Lehmstiebeln ab, da, ihr Borstenvieh, ausgesuchtes.“

Jäh packte ihn, als er spie, der Gendarm bei der Schulter und warf ihn mit einem Ruck vor einen Misthaufen. Ein Bauer rief: „Jetzt gibt’s nichts mehr zu hehlen dahier, du Hehler.“ Ein anderer lockerte den Mist mit einer Gabel: „Zu essen, Herr Wirt, dahier! Kuhfleisch, laßt euch