Schneckenfräulein gespielt hatte. Sein Mund wurde breit und breiter.

„Mir ist ganz lustig in den Gliedern,“ sagte er zu dem Fräulein, das neben ihm schwamm. „Du heißest Schnickedei. Ich möchte mit dir walzen und schrammen wie der Molch.“

Er drehte sich mit ihr, da wurde sein Leib rund und schlank wie eine Rolle. Er warf sich zur Seite und in die Höhe, da legten sich die Arme dicht an und schrumpften ein wie die Beinchen. Lang wuchs ihm ein Schweif heraus, braun und goldig fing seine Haut zu schillern an. Ein schöner bunter Molch war er geworden, der tanzte mit der Schnickedei.

Seinen Hut hat ein Geisbub gefunden. Der lief zur Mutter: „Mutter, am Mummelsee ist ein Loch; da ist ein Mann reingefallen.“ Die Mutter sagte: „Geh hin und grabs zu.“ Da fand am Mittag der alte Bill, wie er antappste mit Sack und Stecken, nicht mehr herunter in den See. Lenchen lachte hell, als der Bauer brummig in die Stube kam, sich die Stiefeln auszog und sich auf den Strohsack legte unter dem Bilde der Frau Suse. Lange stand sie an der Zaunlücke neben dem Hundestall, wartete auf Hinzel. Der aber saß in dem kühlen See auf einem Stein. Die feinen Moderlieschen schwammen über ihm, er nickte mit dem Kopf und schnappte Fliegen.

Der Riese Wenzel

Hinter Jüterbog lag der junge Riese Wenzel auf dem Bauch und schlief. Als der Morgentau fiel, träumte Wenzel, er tauche mit dem Kopf in einen Pfuhl und eine Padde scharwänzele dicht unter seinem Gesicht. Drehte sich um, rieb sich die Nase mit einer Hand ausgerupfter Erde, wurde im Niesen wach. Quarig richtete er sich auf. Es regnete vom grauen Himmel in das Tal herunter. Er meckerte, arbeitete mit Borke an seinen schmierigen Fingern. Ein altes Strohdach hing ihm mit einem Bindfaden von der Schulter, auf dem spitzen Kopf saß ihm gestülpt ein Blechkessel mit Beulen und Löchern. Sein plattes langes Gesicht grün von dem zerpreßten Gras. Er sabberte in seinen Bart. Ein alter Gänsetreiber lahmte an mit einem Eimer Stutenmilch. Als Wenzel den Eimer glucksend absetzte, quetschte er versehentlich einem Gänschen den Hals; da weinte er: „Heut ist ein unglücklicher Tag.“ Suchte seine Beine zusammen, um aufzustehen; eins lag in der Tannenschonung des Jochen Dietrich, das andere war dicht an die Chaussee nach Jüterbog gerutscht. Der Gänsetreiber flüchtete um die Ecke. Wenzel latschte fort, schrammte mit jeder Ferse eine Furche in den Acker.

Bei Kräknitz dampfte eine Wolke um den Berg, zwei Riesen qualmten Buchenblätter aus ihren Pfeifen.

Wenzel schwenkte von weitem die Arme: „Ich halts nicht mehr aus.“ Brüllte, wie er hinaufkletterte: „Ich will in die Stadt gehen.“

„Hast keine Milch gekriegt?“

„Trink keine Milch, will Besseres saufen. Hab genug von Jüterbog.“