Sie lachten so grob, daß den Bauern die Erbsen von den Tischen hopsten und einer zum andern sagte: „Wir wollen Hasenpfeffer auf die Wege streuen, daß die Riesen gute Laune haben.“
Die drei stalpten herunter nach Luckenwalde auf ein verlassenes Schienengleis. Neben dem Rangierbahnhof saß ein Alter, dem die Augen schon erloschen waren; er hatte sich Igel in die Augenhöhlen gesetzt, die für ihn sehen mußten. Einen zerrissenen Teppich hatte er um und fror sehr in dem Regen. „Gebt mir eine Pfeife,“ dröhnte er, als er den Qualm schnubberte.
„Wenzel will in die Stadt,“ grunzte einer.
Der alte Kilian schmauchte: „Was willst du in der Stadt?“
„Will tanzen, will mich amüsieren.“
Seufzte Kilian: „Oh weh.“ Seine Nase, über die Hirschkäfer krochen, fing an zu zittern; sie war dürr und blaublaß wie ein Spargel.
Plärrend drohte Wenzel mit den Fäusten und trampelte: „Will in die Stadt, in die Stadt!“
„Hornvieh,“ schrie der Alte, schwang die Pfeife,
„dumme Kröte. Werden dir die Lumpen abreißen, dich ins Wasser schmeißen, daß du versaufst.“
„Die mir was tun in der Stadt?“ Wenzel kicherte, wie wenn eine Fliege am Fenster brummt. „Die sind ja so sanft, so fein, so gut. Sind nicht wie Bauern. Nehmen den Hut ab, machen Knix und noch Knix: ‚Lieber Wenzel, liebes Wenzelchen, guten Tag, wie gehts?‘ Kenne sie schon, hab gesehen, wenn sie vorbeigefahren sind im Zug. Haben samtene Kleider, essen Marmelade und geben mir davon, soviel ich will. Und dann sage ich: ‚Ich komm ja schon, ich komm ja schon. Da bin ich.‘“