Auf der Brücke stand die Bettlerin; ein Reiter warf ihr einen Heller zu, der andere nahm ihr das Tuch vom Kopf, da saß ein wunderbares Fräulein darunter, das hob er auf das Brückengeländer.

Aber was hatte das Jungfräulein auf dem Kopf? Unter dem Tuche? Einen Hut aus Zittergras, ganz dicht geflochten.

„Den habe ich nicht,“ lächelte Julie und ließ sich über das Haar streicheln.

Was hatte das Jungfräulein um die Hüften?

„Einen Gürtel,“ sagte Julie.

„Einen Gürtel aus gelbem Marmelstein.“

„Aus gelbem Marmelstein.“ Sie wiederholte gedankenlos. Gegen den lichtblauen Waffenrock drückte sie ihren schwarzen glühenden Kopf. Schamhaft fühlte sie seine Hand an ihrer Hüfte. Da war ein Schlitz an der linken Seite und wie an dem Araceenbaum sperrten seine Finger einen Spalt, zwei Finger,

vier Finger, während ihre Augen fragend in seinen falschen suchten. Breit riß er, seinen Kopf herunterbeugend, in den Stoff hinein. Sie versteckte ihr Gesicht in den Händen.

Das Pferd losgerissen galoppierte auf die Chaussee. Lachend, dankend, winkend, sprengten zugleich die beiden Kürassiere und die vier Damen heran, vorüber.

Das Krokodil, das Krokodil des Dorfes, sie sahen es, Herr von Wetzling hatte es ihnen gezeigt. Er rannte seinem Pferde nach, die Mütze flog ihm im Lauf ab, haschend, winkend rief er gegen das Gitter, er werde morgen das Lied vom Nikolaus, morgen zu Ende singen. Zuckend lag Julie und schrie in ihrem geschlossenen Munde.