„Beneide ich Maria? Ich weiß nicht; ich muß soviel weinen.“

„Meine arme.“

Ruhiger saß die Gräfin: „Wir leben, allergnädigste Herrin, wißt Ihr, in einer Zeit, die wohl die glückseligste von allen ist; die Kirchen sind prächtig, die Menschen in Masse bekehrt, die ehrwürdigen Väter von der Gesellschaft Jesu sind so eifrig und ihre Mühe ist belohnt, wie sie es verdienen. Nur,“ sie sah mit Tränen zu den rosettengeschmückten Deckbalken auf, „wir Frauen sind nicht gut daran. Wir haben das Nachsehen. Manchmal denke ich, — ich schäme mich, es zu sagen, — wir sind bestohlen und betrogen. Doch, doch, o, ich weiß, ich bin böse.“

„Angelika, wie kannst du so sprechen.“

„Warum dem Glauben alles und den Frauen nichts? Man heiratet uns, der Priester weiht uns zusammen zu einem Paar; und was bin ich dann?“

„Dein Gatte ist nicht gut zu dir. Wir wollen mit ihm sprechen.“

„Ich liebe ihn, allergnädigste Kaiserin, ich bete für ihn. Ich bete für meine Kinder.“

„Du gönnst ihm nicht die Pferde, die Hunde, die Bilder, Angele, nicht einmal den himmlischen Gott und die Heiligen.“

„Ich bin böse, ich bin böse, ich weiß.“ Sie blitzte die feine Dame auf dem Ofensitz an, wild den Kopf zuckend: „Ich möchte meinen Gatten irre machen. Er soll alles vergessen. Das Hirn soll ihm wirbeln. Wie ein Bäumchen möchte ich ihn entwurzeln und in meiner Hand haben und ihn schütteln. So, so.“

„Du bist zornig auf ihn.“