Mansfeld langte herüber, packte ihn, ohne das Gesicht zu verziehen am Hals, kippte ihn in der Luft um, preßte ihn auf den Bauch, zischelnd: „Nicht quaken, Frosch. Nicht quaken, Frosch.“

Der plärrte, kroch losgelassen aus der Runde. Graf Paar zog die Beine an, umschlang die Knie: „Der Herr Oberstallmeister beliebten etwas zu meinen.“

Seufzte Mansfeld, dessen Augen unruhig gingen: „Es wird etwas geschehen müssen.“

Kalt Paar: „Vermeine, wir sind keine Hunde, die die Sau zu verbellen haben.“

Der Kinnbärtige streichelte seine rosa Hutfeder sehr langsam. Da lag lang auf dem Rücken ein junger Baron, warf sich nicht einmal herum in seinem kostbaren Scharlachkleid; mit seinen schrägstehenden Augen, die aus einem bronzefarbenen glatten Gesicht blickten, verfolgte er weiße schimmernde Wolkenberge: man möge tun, wie man denke; jedoch denke er nicht wie der Graf Paar.

„Also wir verbellen das Wild?“

Der Baron ruckte kleiderscharrend hoch, saß dicht neben Paar, fixierte ihn, zog die Beine in den Scharlachhosen ein, umschlang die Knie: der Herr sei Liebling des Kaisers und liebe den Kaiser, möchte keiner ihm verwehren nach Belieben zu tun.

Leise erklärte der Oberstallmeister, er müsse des Erzherzogs Leopold Hoheit benachrichtigen, wenn sie etwas Sonderliches befürchten würden; er könne sich dem nicht entziehen, auch die Exzellenz Eggenberg, den Abt Anton und den Beichtvater müsse er rechtzeitig aufklären; es müsse um des Heilands willen etwas geschehen.

Eine Herde weißer Gänse schnarrte und schrie getrieben an ihnen vorbei. Paar stand nach einer Pause auf; meinte finster, es brenne nicht, die Herren seien ängstlich. Im übrigen seien in jedem Dorf Pferde da, um Nachrichten zu überbringen, auch Burschen, die reiten könnten. Er sei kein Herr vom Rat, sei nur der Person der Kaiserlichen Majestät Dienst schuldig. Als sich der bronzene Kopf des prächtigen Barons, des Peter Mollert, gegen ihn hob, lachte Paar heftig, überfuhr dann plötzlich maßlos den staunenden; der Kaiser brauche Hilfe, das sähe man. Ob man sich als Schmarotzer am Kaiser bewähren wollte, was diese Reden von Benachrichtigungen des Hofes besagen sollten, er werde den Kaiser wecken, ihn aufklären, ihn ihnen entreißen. Der Baron wich mit seinen glitzernden Augen dem Grafen aus, bat, mit Mansfeld Blicke tauschend, sich nicht stören zu lassen, jedoch auch nicht den Schlaf des Herrn durch überlautes Schelten zu stören. Er sog an einem Halm. Mansfeld pfiff durch die Zähne.

„Was bin ich mehr als ein Hundsfott,“ grollte Paar, „wenn ich nicht zum Bassa von Ofen mit ihm rennen wollte, wofern es ihm in den Sinn kommt. Wäre sonst nichts als ein Fleck Speichel an seinem Rock.“