„Laß meinen Fuß.“
Oben stiegen Leute scheltend heran, warfen Licht in den Raum.
Der Zwerg geiferte frohlockend: „Jetzt sieh zu, wie du auswischst! Haha. Vor denen da! Du Dickwanst.“ Johlte gegen das Gewölbe bei Ferdinand: „Hier bin ich! Walkt den Dieb!“
Kroch weg, schleuderte seinen leeren Korb zurück, meckerte vergnügt, mit dem linken Schuh des Herrn klappernd, dicht zu ihm schlüpfend, drehte er einen Hahn auf; der Weinstrom prasselte auf die Steine. Da heulte beim Anblick des leeren Korbs der Kaiser vor den beiden Küferknechten, die ihn drohend anhoben, dann den beschmierten Sabbernden zitternd zurechtsetzten.
„Alles hat er gefressen. Er ist schlecht. Es ist kein Gelehrter. Er ist ein Siebenfraß, ein unbarmherziger. Mich läßt er verrecken. Fangt ihn doch. Den unbarmherzigen Schelm. Gottseibeiuns.“
Graf Johann Paar war seit Hoheneich nicht am Hof erschienen. Ferdinand sagte knirschend zu Frey, der sich vor ihm entsetzte: „Ich will gnädig mit ihm verfahren, mit dem Hans. Will ihm nicht Hatschiere schicken, sondern dich und den Jonas. Ihr beiden sollt ihn holen.“ Dann schwankte er lange, ob er nicht seinen Leibkammerdiener schicken sollte. Gebunden wurde dann eines Nachts Paar von Hatschieren auf einem Wagen in die Burg gefahren, ohne Hut, ohne Degen, wie sie ihn in seiner Stadtherberge ergriffen hatten. „Wahrhaftig,“ höhnte der Kaiser, der ihn in der Schlafkammer sitzend empfing, „der Graf Paar.“
Dünnlippig stand er da, die gefesselten Hände auf dem Rücken. „Ich war ehrsüchtig,“ erklärte der langsam, „der Mollert hatte mich gereizt. Ich hab mich von der Eifersucht auf Mollert bewegen lassen.“
Der Kaiser lachte giftig. Der blieb dabei: er bereue. Ferdinand fragte: „Das war es, das war alles?“
Paar dachte an die Stöße, die er erduldet hatte; langsam wiederholte er, er sei eifersüchtig auf Mollert gewesen. Der Kammerdiener mußte ihm die Fesseln abnehmen; es stünde ihm frei, in seine Heimat zu fahren. Er sah nicht, wie der Leibdiener sich beiseite wandte, die bettelnden zerreißenden Blicke des fast unbeherrschten Ferdinand, sah nicht, daß Ferdinand schrecklich erblassend im Begriff war, wackelnd auf seinem Sitz sich an seine Brust zu werfen.
Er fiel vor Ferdinand auf die Knie; starren rachsüchtigen Herzens sagte er: er bereue.