„Allergnädigster Herr, was hätte man tun sollen?“

„Sie hätten mich beseitigen müssen. Was anders wäre ihre Pflicht gewesen. Sie hätten mich beseitigen müssen. Sie haben es nicht getan. Die Schuld haben sie auf sich geladen.“ Er sprach mit Haß und Inbrunst: „Mögen die Dänen, die Franzosen, Engländer, Schweden das Reich, die Erbkönigreiche von Grund aus verwüsten. Herzhaft, herzhaft. Das Reich auflösen und hinlegen. Mag es auf sie fallen, die geduldet haben, daß Maximilian den Pfälzer von der Scholle vertrieb, daß er jetzt die Kur an sich nimmt. Sie lassen es zu, sie billigen es, sie fallen ihm nicht in die Zügel. Mag das Unglück ihr Begleiter sein! Mögen die Länder zerfallen, die Grenzen überschwemmt und zerfressen werden, die Städte leer, gebrandschatzt, die Klöster verbrannt, Bauern in Aufruhr — nichts als die Haut über den Knochen, Seuchen im Blut. Das soll ihr Lohn sein, daß sie Maximilian haben gewähren lassen und mich nicht beseitigt haben.“

Lamormain besah sein schäumendes Beichtkind mit Kälte: „Hört Ihr die Vöglein? Sprechen sie miteinander? Und wenn das armselige Getier seine Zunge und Kehle gebraucht, warum habt Ihr es, allergnädigster Herr, nicht getan? Ihr hättet hingehen sollen zu ihm.“

Ferdinand hörte nicht zu: „Sie, haha, sie alle, die Säulen meines Hauses, meine Brüder, meine Kinder, meine Generäle, meine Räte, sie haben nicht gesehen, wohin es ging, haben mich wüsten lassen wie einen Alb in der Nacht. Und als sie es gesehen hatten — haben sie mich nicht beseitigt! Nicht! Nicht! Den Kurhut lassen sie ihn sich aussetzen! Paßt auf, Lamormain, paßt auf. Habt Ihr Spaß daran!“

„Ihr hättet hingehen sollen zu ihm.“

„Zu ihm? Zu wem?“

„Zu Maximilian in Bayern.“

„Was hätte ich bei Max sollen?“

„Ihr hättet zu ihm hingehen sollen bis in seine Residenz. Und nicht warten. Und wenn sein Barbier morgens bei ihm stünde, hättet Ihr zu ihm eindringen müssen.“

„Und was hätte ich drin zu tun gehabt?“