„Kommt Ihr mit, Pater?“ schrie der Weißseidene nach rückwärts. Vor ihm sprang das Tor auf. Da war Kühle und ein weiter stiller Raum. Von traulichen warmen Farben die Luft durchblüht, die runden Fenster prangten mit holden Bildern; seitlich und hinter dem Altar spielten Lichtstrahlen um die Bildsäulen, die Sockel mit heiligen knienden betenden erbarmenden Frauen, tönten sie blau violett purpurrot. Magdalene, die Büßerin, über den grünen Rasen geschmolzen, in ihrer Mitte, die goldene Aureole über dem Haar. Das Tor knarrte hinter ihnen; Ferdinand stand gehetzt, heftig schnaufend, mit dem Rücken gegen die Tür an einem der Pfeiler, die zu viert an jeder Seite durch den Raum liefen.
Der Stock des Priesters stieß auf den gestampften Mörtelboden: „Ich war nicht so rasch auf den Füßen, wie Ihr, allergnädigster Herr.“
„Mir ist gewiß wohl.“
„Ich konnte die letzten Tage nicht zu Euch kommen, ich wollte, daß die Besinnung in Euch erwache. Ich bin Priester, Majestät, mit einem großen Amt gegen Euch vertraut. Ich laß Euch nicht aus, was Ihr auch unternehmt. Ihr wißt, daß Himmel und Erde versperrt sind, und daß es keine Rettung und Flucht gibt, es sei denn in die Hölle.“
„Dies alles versteh’ ich nicht, lieber Pater Lamormain, mein lieber Freund.“
„Ja, das bin ich. Es ist gut, daß Ihr es fühlt. Ich muß mehr Mut haben, als Ihr gegen Euern Schwager Max in Bayern. Ich muß, wie Ihr Euch auch spannt, mich einzig vor Gott verdient machen um Euch.“
„Mein Heiland, wer seid Ihr? Was wollt Ihr?“
„Ich bin der gottesfürchtigen Gesellschaft Jesu Pater; Euer Führer an den Thron Gottes.“
„Ihr seid nicht der Satan. Mich schauerts.“
„Weicht mir nicht aus. Wißt Ihr, was Ihr seid? Allergnädigster Herr: Ihr seid feige, sündhaft, hochmütig, grausam.“